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Absturz in Äthiopien : Boeings Unglücks-Modell soll bald in Deutschland fliegen

Arbeiter beginnen mit den Aufräumarbeiten an der Unglücksstelle im Süden von Addis Abeba in Äthiopien. Bild: AP

Nach dem weiteren Absturz einer Boeing 737 Max 8 prüft die europäische Behörde Maßnahmen. Etliche Gesellschaften haben das Modell bestellt.

          Auf keinen anderen Flugzeugtyp trifft die Bezeichnung als Arbeitstier der Lüfte besser zu. 10.478 Exemplare hat der Hersteller Boeing seit dem Erstflug 1967 übergeben. Kein anderer Flugzeugtyp kommt auf eine derart hohe Stückzahl. Auf aufkommensstarken Kurz- und Mittelstrecken fliegen Reisende fast nur mit der 737 oder den Konkurrenzmodellen der A320-Reihe von Airbus. Deshalb trifft es Boeing hart, dass die seit zwei Jahren ausgelieferte aktuelle Version 737 Max nach zwei Abstürzen in die Diskussion geraten ist. Im frühen Handel verlor der Aktienkurs des Unternehmens 10 Prozent an Wert.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Deutsche Behörden haben Prüfungen und Untersuchungen begonnen, ob sie Konsequenzen aus den Abstürzen für den hiesigen Luftverkehr ziehen. Bislang setzt keine deutsche Gesellschaft 737-Max-Flugzeuge ein, TUI Fly soll aber noch in diesem Monat das erste Exemplar erhalten. „Für die Zulassung von Luftfahrzeugen ist die europäische Luftfahrtbehörde Easa zuständig“, sagte am Montag ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums. „Derzeit wird in Zusammenarbeit mit dem Luftfahrtbundesamt und der Easa geprüft, welche Maßnahmen nach den Ereignissen mit dem Flugzeugmuster Boeing 737 Max 8 zu treffen sind“, berichtete er. Noch könne er keine weiteren Schritte nennen.

          Die Boeing 737 Max ist die aktuelle Generation der 737-Baureihe. Die vorherige war die 737 NG, was für „Next Generation“ steht. Die Zahlen dahinter, wie beispielsweise 737 Max 8 stehen jeweils für die Größe des Modells.

          Flugschreiber gefunden

          Auch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung habe den Absturz im Blick. Sobald Deutsche beteiligt seien, hätten die deutschen Behörden das Recht, sich an der Untersuchung zu beteiligen. Wie ein Sprecher des Auswärtigen Amtes bestätigte, sind mindestens fünf Deutsche unter den Toten. Am Montagvormittag wurden nach Angaben von Ethiopian Airlines der Flugdatenschreiber und der Stimmrekorder, der Gespräche im Cockpit aufzeichnet, gefunden. Aus deren Auswertung werden Erkenntnis zur Absturzursache erwartet.

          Vorerst bleibt in der Branche Unklarheit. Bei TUI Fly hat man noch keine Schlüsse gezogen. „Wir stehen in engem Kontakt mit Boeing und werden mit dem Hersteller die Situation bewerten“, sagte er Sprecher. Bei ausländischen Schwestergesellschaften hat TUI den Flugzeugtyp schon im Einsatz. Wie aus Konzernkreisen verlautete, ist es dort bislang zu keinen Komplikationen gekommen. Auch Kritik, dass Piloten nicht über neue Technik an Bord der 737 Max informiert gewesen seien, war nicht zu vernehmen. Bis zum Sommer will die deutsche TUI Fly nach bisherigen Planungen fünf Jets dieses Typs in der Flotte haben, zum November sollen es sieben werden.

          Zweiter hiesiger Abnehmer ist die Gesellschaft Sun Express, ein Gemeinschaftsunternehmen von Deutscher Lufthansa und Turkish Airlines, das sowohl die Version 737 Max 8 als auch die etwas längere 737 Max 9 in die Flotte holt. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass acht neue Flugzeuge zwischen Ende April und dem Beginn der Reisehochsaison im Sommer in die Flotte kommen. Nun heißt es: „Die Auslieferung der ersten fünf Flugzeuge erfolgt nach letztem Planungsstand im Sommer 2019.“

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