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Musiktauschbörse : Napster jetzt mit Filter

  • Aktualisiert am

Schluss mit lustig - Napster will filtern Bild: AP

Die Musiktauschbörse Napster reagiert auf das Gerichtsverfahren. Jetzt werden Nutzerdaten mit einer „Schwarzen Liste“ abgeglichen.

          1 Min.

          Die Musiktauschbörse Napster, die entgegen den Erwartungen ihren Dienst am Wochenende nicht einstellen musste, hat damit begonnen, ihre angekündigten Filtermaßnahmen in die Tat umzusetzen. Wann immer sich ein Mitglied in das Tauschnetzwerk einlogge, würden seine Daten auf Übereinstimmungen mit einer „Schwarzen Liste“ hin überprüft, teilte das Unternehmen an diesem Montag mit.

          Auf dieser Liste, die Napster von der Plattenindustrie erhalten hatte, befänden sich zunächst die Titel von 5.600 Liedern. Napster-Chef Hank Barry kündigte an, dass durch diese Maßnahme der Dienst etwas langsamer werde.

          Überraschende Wende

          Die Bertelsmann eCommerce Group (BeCG), die mit Napster eine Allianz geschlossen hat, begrüßte in einer ersten Reaktion den vorläufigen Kompromiss. „Wir unterstützen Napster in all seinen Schritten, die in das neue Business-Modell führen sollen“, teilte Bertelsmann mit. Die BeCG will zusammen mit Napster ab Sommer einen kostenpflichtigen Download-Dienst anbieten.

          Am Freitag amerikanischer Ortszeit hatte der Gerichtsstreit zwischen der Musikindustrie und Napster eine überraschende Wende genommen. Bevor Bezirksrichterin Marilyn Hall Patel ihr modifiziertes Urteil gegen Napster verkünden wollte, kündigten die Betreiber in einer Erklärung ihrer Anwälte an, nun doch urheberrechtlich geschützte Werke aus dem Tauschdienst auszufiltern. Bislang hatte Napster-Chef Hank Barry bestritten, dass ein solches Durchforsten der Datenbestände aller Mitglieder möglich sei.

          Spiel auf Zeit

          Richterin Patel reagierte amerikanischen Presseberichten zufolge verärgert auf den Vorstoß der Musik-Tauschplattform Napster. Sie sehe in dem Angebot ein Spiel auf Zeit. In den Vereinigten Staaten erwartet man nun in den kommenden Tagen, dass die Richterin ihr endgültig überarbeitetes Urteil verkündet. Napster-Chef Barry bat das Gericht, mit der Urteilsverkündung zu warten, bis weitere Gespräche zwischen den großen Labels und Napster stattgefunden hätten.

          In erster Instanz hatte Patel im Juli 2000 die Abschaltung von Napster angeordnet, war aber durch eine einstweilige Verfügung gestoppt worden. Ein Berufungsgericht attestierte Patel im Februar, dass sie mit ihrem Ersturteil über das Ziel hinausgeschossen sei und erwartete einen differenzierten Spruch. Napster hat derzeit 60 Millionen Mitglieder und ist damit weltweit die größte Musiktauschbörse.

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