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Musiklabel : EMI wird zerschlagen

Platten aus dem Schatz der EMI Bild: EMI

Das legendäre Londoner Plattenlabel EMI wird nach acht Jahrzehnten und unzähligen Hits von Bands wie den Beatles oder Coldplay zerschlagen und verkauft. Sony übernimmt den Musikrechtekatalog, Universal das Tonträgergeschäft.

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          Das Tonträgergeschäft von EMI geht für 1,9 Milliarden Dollar an den französischen Vivendi-Konzern, dessen Musiksparte Universal bereits heute Weltmarktführer im seit Jahren kriselnden Plattengeschäft ist. EMI vertreibt unter anderem die Musik der Beatles und von Coldplay, während Universal unter anderem U2 und Lady Gaga unter Vertrag hat.

          Marcus Theurer
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das Geschäft gilt allerdings als kartellrechtlich schwierig: Auf Basis der Marktanteile des vergangenen Jahres würden Universal und EMI zusammen knapp 40 Prozent des Tonträger-Weltmarkts kontrollieren. Vivendi kündigte an, Randgeschäfte im Wert von 500 Millionen Euro zu verkaufen. Die Franzosen überboten überraschend den russischen Milliardär Len Blavatnik. Der hatte im Frühjahr den kleineren Konkurrenten Warner Music gekauft.

          Der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann musste sich iderweil m Bietergefecht um die Verlagssparte des britischen Musikkonzerns EMI geschlagen geben. „EMI Publishing wäre für uns ein interessanter Zukauf gewesen, aber dieses Geschäft ist für die Erreichung unserer Ziele in den nächsten drei Jahren nicht zwingend notwendig“, sagte Bertelsmann-Manager Hartwig Masuch der F.A.Z. Masuch leitet die Musiksparte BMG Rights Management, ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem amerikanischen Finanzinvestor KKR.

          BMG hatte in der über Monate dauernden Auktion lang als Favorit für die Übernahme des EMI-Musikverlags gegolten. EMI ist in diesem Geschäft mit einem Weltmarktanteil von rund 20 Prozent die Nummer zwei. Nun kauft ein Konsortium um den japanischen Sony-Konzern den Musikrechtekatalog für 2,2 Milliarden Dollar von der Bank Citigroup. BMG soll dagegen weniger als 2 Milliarden Dollar geboten haben. An der Sony-Bietergruppe soll unter anderem der amerikanische Finanzinvestor Blackstone beteiligt sein.

          EMI gehört bislang der amerikanischen Bank Citigroup, die seit dem Sommer nach Käufern für den Musikverlag und die Tonträgersparte des britischen Konzerns gesucht hatte. EMI war der Citigroup zugefallen, weil der Finanzinvestor Terra Firma die Schulden nicht mehr bedienen konnte. Der Gesamtpreis von 4,1 Milliarden Dollar ist höher als von Experten erwartet, so dass Citi das Engagement fast ohne Verluste beenden könnte.

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