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Musikindustrie : Fusion zwischen BMG und EMI gescheitert

  • Aktualisiert am

Bertelsmann und EMI gehen nunmehr getrennte Wege. Die Auflagen der Wettbewerbshüter nahmen der potenziellen Fusion den Glanz.

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          Die Fusion zwischen der Bertelsmann Music Group (BMG) und der britischen EMI zum weltgrößten Musikkonzern ist gescheitert. Die Anforderungen der Wettbewerbshüter in den USA und Europa hätten eine komplizierte und langwierige Prüfung nach sich gezogen, teilte Bertelsmann am Dienstag mit. Zudem hätten sich hohe Auflagen abgezeichnet, die die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens vermutlich in Frage gestellt hätten. Beide Firmen würden nun weiter ihre eigenen Wege gehen.

          Die Kartellbehörden hatten vor allem bemängelt, dass bei einer Fusion von BMG und EMI die Zahl der führenden Musikunternehmen von fünf auf vier gesunken wäre, was den Wettbewerb eingeschränkt hätte. Bei einem Zusammenschluss hätten BMG und EMI die Universal Music von ihrem weltweiten Spitzenplatz verdrängen können.

          Aktien von EMI steigen

          Die beiden Unternehmen hatten offiziell seit November über eine mögliche Fusion gesprochen. Ein Bertelsmann-Sprecher betonte, man sei auch ohne einen Zusammenschluss mit dem britischen Konzern für den Wettbewerb gerüstet: „Mit der Talentschmiede BMG und unserem modernen Vertriebskonzept sind wir im Musikgeschäft in jedem Fall hervorragend ausgestellt." Die BMG hat unter anderem Sänger wie Eros Ramazotti, Whitney Houston und Peter Maffay unter Vertrag.

          Die EMI verwies zu den Gründen für die Beendigung der Gespräche auch auf das Interesse der Anteilseigner. „Nach einer umfassenden Analyse und Diskussion waren wir nicht in der Lage ein Geschäft mit Bertelsmann abzuschließen, das sowohl für unsere Aktionäre als auch für die Wettbewerbsbehörden funktioniert hätte,“ sagte EMI-Chef Eric Nicoli. Die Aktien von EMI steigen am Dienstagmittag in London um 3,2 Prozent.

          Kartellbehörde beharrte auf fünf Großkonzerne

          Vor einer Woche hatte Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff noch gesagt, alle grundsätzlichen Fragen zwischen den beiden Unternehmen seien geklärt. „Das gemeinsame Interesse beider Unternehmen richtet sich jetzt darauf, eine Lösung für die kartellrechtlichen Fragen zu finden.“ Die beiden Konzerne hätten die Bedenken der Wettbewerbshüter zerstreuen können, wenn sie etwa Teile ihrer bisherigen Geschäfte verkauft hätten und dadurch zum Beispiel ein neues Unternehmen entstanden wäre, das dann die Zahl der großen Musikkonzerne weiter konstant bei fünf gehalten hätte.

          Die potenziellen Partner waren aber zu solchen Verkäufen nicht bereit. BMG und EMI hatten vielmehr versucht, die Wettbewerbshüter davon zu überzeugen, dass durch die gewachsene Bedeutung des Internets der Konkurrenzdruck auf die fünf größten Musikkonzerne gestiegen sei, was für mehr Wettbewerb sorge. Daher sei die Existenz eines fünften großen Musikkonzerns am Markt nicht notwendig, hatten BMG und EMI argumentiert. Zu den „Big Five“ der Branche zählen neben BMG und EMI die Vivendi -Tochter Universal Music, der US-Konzern Warner Music und die japanische Sony Music. Die fünf Unternehmen kontrollieren 75 Prozent des weltweiten Musikmarktes, in dem jährlich rund 38 Milliarden Dollar umgesetzt werden.

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