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Musikbranche in der Krise : Konzerte als bloße „Beschäftigungstherapie“

Alles auf Abstand: ein „Picknickdecken-Konzert“ von Schlagersängerin Beatrice Egli im Erfuter Steigerwaldstadion Bild: dpa

Die deutsche Musikwirtschaft boomte und auch die Prognosen waren rosig, zeigt eine neue Studie zur volkswirtschaftlichen Bedeutung. Doch dann kam die Corona-Pandemie.

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          Auch das Reeperbahn-Festival hat sich angepasst: Statt gut 1000 Konzerten im vergangenen Jahr, werden es zu dieser Ausgabe etwa 140 sein – natürlich deutlich kleiner als üblich und unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen. Der Konferenzteil des viertägigen Festivals und Branchentreffens findet dagegen ausschließlich digital statt.

          Benjamin Fischer

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Sowohl digital als auch vor Ort wurde am Mittwoch im Rahmen des „Hamburger Musikdialogs“ eine neue Studie zur Lage der Musikwirtschaft in Deutschland und zu ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung vorgestellt. Es ist die zweite Erhebung dieser Art nach der Erstauflage 2015. Die Bruttowertschöpfung des Wirtschaftszweigs ist demnach von 4 Milliarden Euro im Jahr 2014 auf 5,2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr 2019 gestiegen. Der Umsatz der Musikunternehmen legte von 11,5 Milliarden Euro auf 13,6 Milliarden Euro zu. Neben den Kreativen fassen die Autoren der Studie hierunter den vielschichtigen Live-Bereich sowie das Feld Musikaufnahmen und die Musikverlage, aber auch die Zweige Instrumente, Musikschulen und Verwertungsgesellschaften.

          Die Studie unterstreiche die wirtschaftliche Bedeutung der Branche und diene als gute Grundlage für die politische Diskussion wie auch für Forderungen von Seiten der Branche an die Politik, so der Hamburger Kultursenator, Carsten Brosda (SPD), im Rahmen der Vorstellung der Studie.

          Wie schon 2015 ist die Studie im Auftrag der zentralen deutschen Musikverbände sowie der beiden großen Verwertungsgesellschaften Gema und GVL entstanden. Gefördert wurde sie unter anderem mit Mitteln aus dem Etat von Kulturstaatsministerin Monika Grütters über die Initiative Musik. Befragt wurden vom Institut DIW Econ auch dieses Mal ausschließlich private Unternehmen, sodass öffentlich geförderte Einrichtungen wie Theater oder Orchester nicht erfasst sind.

          13 Milliarden Euro Umsatz durch Musiktourismus

          Der Studie zufolge stieg die Gesamtzahl der Erwerbstätigen in der Branche innerhalb des untersuchten Zeitraums um 25 Prozent auf 157.800 Personen im vergangenen Jahr. Diese gliedern sich auf in rund 93.000 Arbeitnehmer und 65.000 Selbständige, wovon etwa 55.130 Personen in der Künstlersozialkasse versichert gewesen seien. Damit seien in der Musikwirtschaft mehr Menschen tätig als in jeder anderen Medienbranche. Mit Blick auf die Bruttowertschöpfung stünden nur die Fernsehveranstalter (rund 5,9 Milliarden Euro) besser da. Darüber hinaus strahlten die Tätigkeiten der Branche in andere Wirtschaftsbereiche aus. Alleine durch den Musiktourismus, also Reisen zu Konzerten und Festivals, sind der Studie zufolge 2019 insgesamt 13 Milliarden Euro Umsatz angefallen.

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