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Autoverband teilt mit : München bekommt Zuschlag für die nächste Automesse IAA

  • Aktualisiert am

2019 fand die IAA zum letzten Mal in Frankfurt statt. Bald wird München neuer Gastgeber der Automesse Bild: dpa

Die nächste Internationale Automobilausstellung kommt nach München. Darauf hat sich der Vorstand des Verbands der Automobilindustrie geeinigt. Die verbliebenen Mitbewerber Berlin und Hamburg gehen leer aus.

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          Die nächste Internationale Automobilausstellung kommt nach München. Darauf hat sich der Vorstand des Verbands der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag in Berlin geeinigt, wie ein Sprecher mitteilte. Im Rennen waren neben München noch die Städte Berlin und Hamburg. „Es war ein sehr enges Rennen, für das ich den Beteiligten herzlich danke“, teilte VDA-Chefin Hildegard Müller am Dienstag mit.

          Dass München den Zuschlag bekommen würde, hatte sich in den Stunden zuvor bereits angedeutet. Erst am Morgen verlautete aus VW-Kreisen, dass der Konzern die bayerische Landeshauptstadt bevorzuge. München habe auch damit überzeugt, „die Innenstadt und citynahe, hochattraktive Plätze als Event Locations zur Bühne der IAA zu machen“, hieß es vom VDA: „Als Technologie- und starker Industriestandort und Sitz zahlreicher Hightech-Konzerne, Start-ups und Forschungseinrichtungen sowie innovativer Unternehmen der Automobilindustrie ist München ein ausgezeichneter Partner zur Neuausrichtung der IAA.“

          Vor wenigen Tagen hatte sich schon der Chef der Münchner Messe, Klaus Dittrich, sehr zuversichtlich geäußert, den Zuschlag für die Messe zu bekommen, die über Jahrzehnte in Frankfurt am Main ausgetragen worden war. Allerdings hielten sich Gerüchte, Volkswagen-Vorstandsvorsitzender Herbert Diess, vormals BMW-Chef, stelle sich gegen den Standort seines vorherigen Arbeitgebers. BMW hatte denn im Vorfeld sogar angeboten, das eigene Logo an der Spitze des Verwaltungsgebäudes zu verdecken und durch den Schriftzug der IAA zu ersetzen. Solche Details nannte der VDA indes noch nicht.

          Berlin galt bei Experten als Favorit

          Die IAA, so steht bislang fest, soll kein reine Automobil-, sondern eine Mobilitätsplattform werden. Die austragende Stadt solle sich während der Messe zu einer „Smart City“ mit intelligenten Konzepten und vernetzten Verkehrsträgern entwickeln – nachhaltig und an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet, hieß es weiter. München habe für diesen Neustart der IAA nach Ansicht des VDA-Vorstands die besten Voraussetzungen – auch, weil die Innenstadt und zentrumsnahe Plätze für Veranstaltungen zur Verfügung stünden, die über eine eigene Transferroute für umweltfreundliche Fahrzeuge mit der Messe verbunden würden. Die Industrie- und Automobilstadt München sei nicht zuletzt wegen des Oktoberfests und anderer Großveranstaltungen in guter Organisation geübt, hieß es weiter. Die Landeshauptstadt warb auch mit ihrem Flughafen sowie der dort ansässigen High-Tech-Industrie mit Unternehmen wie Google, Apple, Microsoft, Amazon und Start-up-Konferenzen wie Bits & Pretzels,

          Bild: F.A.Z.

          Im vergangenen September lief zur IAA in Frankfurt vieles schief. Schon vor Eröffnung der Messe löste Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der auch Aufsichtsratschef der Frankfurter Messegesellschaft ist, einen Eklat aus, da er anders als in den Vorjahren nicht während der Eröffnungsfeier sprechen sollte, seine durchaus kritische Rede jedoch online veröffentlichte. Zudem speckten die Hersteller ihre teuren Messestände deutlich ab oder kamen erst gar nicht. Auch stand die Messe wie nie zuvor im Eindruck groß angelegter Klima-Proteste.

          Als am Tag der offiziellen Eröffnung durch Bundeskanzlerin Angela Merkel der bis dato amtierende VDA-Präsident Bernhard Mattes auch noch seinen Rücktritt ankündigte, kam das einem Paukenschlag gleich. Am Ende besuchten lediglich rund 560.000 Menschen die Messe, und damit rund eine Viertelmillion weniger als im Jahr 2017. 

          Aufgrund der sinkenden Besucherzahlen und viel Kritik an dem Branchentreff suchte der Verband einen neuen Ort und ein neues Image für die Leistungsschau der Autoindustrie. Sieben Städte und Messen hatten sich beworben, um die Messe künftig auszurichten. Schließlich blieben München, Hamburg und Berlin in der Endrunde. Alle drei Städte waren in den vergangenen Wochen mehrfach beim VDA in Berlin angetreten, um ihre Konzepte im Detail zu erläutern – und die Vertreter des Verbandes reisten nach München und Hamburg, um sich die Möglichkeiten vor Ort anzusehen.

          Bei Sachkennern außerhalb der entscheidenden Gremien galt in den Wochen zuvor Berlin als Favorit. Messechef Christian Göke wollte die Fanmeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule zu einem zentralen Schauplatz der IAA machen. Hamburg wiederum warb damit, neue Wege in der Mobilität aufzuzeigen. Für den Standort sprachen demnach kurze Wege zwischen den Messehallen und dem Heiligengeistfeld, wo das Außenprogramm geplant war, unmittelbare Anbindung an die Innenstadt und eine Vielzahl innovativer Verkehrsprojekte.

          In Berlin gab es allerdings Zweifel, dass alle Beteiligten von der Idee überzeugt seien, die IAA künftig in der Bundeshauptstadt zu veranstalten. Vor allem die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) hatte Kritik des Koalitionspartners auf sich gezogen, nicht zu 100 Prozent hinter den Messeplänen zu stehen. Pop war der Präsentation der Bewerbung vor dem VDA in Berlin ferngeblieben.

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