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Wegen Kritik an Homo-Ehe : Mozilla-Chef tritt zurück

Firefox-Entwickler Mozilla braucht einen neuen Chef Bild: Bloomberg

Nach der Kontroverse um eine Spende für eine Kampagne gegen die Homo-Ehe zieht der umstrittene Mozilla-Chef Brendan Eich Konsequenzen. „Wir wissen, warum die Menschen wütend sind,“ sagt Mozilla.

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          Eine Kontroverse um die Unterstützung einer Kampagne gegen die Homosexuellenehe hat zum abrupten Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden der Mozilla Corporation geführt. Die für das Internetzugangsprogramm Firefox bekannte Organisation teilte mit, Brendan Eich habe die Entscheidung, sein Amt niederzulegen, „für Mozilla und unsere Gemeinde“ getroffen. Eich war erst vor knapp zwei Wochen zum Vorstandschef berufen worden. Seine Ernennung löste sofort heftige Kritik aus, da er im Jahr 2008 eine Kampagne von Gegnern der Homosexuellenehe in Kalifornien mit 1000 Dollar unterstützte. Damals wurde gleichgeschlechtlichen Paaren in einem Volksentscheid das Heiraten untersagt, mittlerweile wurde dieses Verbot aufgehoben.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Mozilla-Mitarbeiter forderten über Twitter den Rücktritt von Eich, ein Softwareentwickler kündigte an, keine Anwendungen mehr für Mozilla zu programmieren und OK Cupid, ein bekannter Online-Dienst für Partnersuche, rief zum Boykott von Firefox auf. Trotz der wachsenden Empörung machte Eich zunächst nicht den Eindruck, zurücktreten zu wollen. Dem „Guardian“ sagte er in einem Interview, seine persönlichen Einstellungen seien nach seiner Auffassung für seine Arbeit nicht „relevant“.

          In der Mitteilung von Mozilla zum Rücktritt hieß es nun: „Wir wissen, warum Menschen verletzt und wütend sind, und sie haben recht: Wir sind uns selbst nicht treu geblieben.“ Die Organisation sei stolz darauf, dass an sie höhere Standards angelegt werden, und sie habe diese nicht erfüllt. Über die Nachfolge von Eich sei noch nicht entschieden.

          Brendan Eich ist ein Mozilla-Veteran und war schon bei der Gründung im Jahr 1998 dabei. Er hat außerdem die Programmiersprache Java Script erfunden. Mozilla hat mit dem Firefox maßgeblich dazu beigetragen, dass der Internet Explorer von Microsoft den Browser-Markt nicht mehr wie früher dominiert. Nach Angaben der Marktforschungsgruppe Net Applications hatte Microsofts Programm zuletzt auf Personalcomputern einen Anteil von 58 Prozent, dahinter folgten Chrome von Google mit 18 Prozent und Firefox mit 17 Prozent. Auf mobilen Geräten ist Firefox dagegen bislang kaum vertreten. Die Mozilla Corporation, deren Vorstandsvorsitz Eich nun abgegeben hat, gehört zur gemeinnützigen Mozilla-Stiftung.

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