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Ratingagentur : Moody’s stuft Kreditwürdigkeit Italiens herab

  • Aktualisiert am

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte ist stolz auf seinen Haushalt. Bild: EPA

Wegen der Schuldenpläne der Regierung bewertet die Ratingagentur Moody’s Italiens Bonität nur noch eine Stufe höher als Ramschstatus.Top-Ökonomen warnen vor den Folgen für Europa.

          Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit Italiens wegen der Schuldenpläne der Regierung in Rom heruntergestuft. Statt sich zu verringern werde Italiens Staatsverschuldung auch in den kommenden Jahren auf dem Stand von rund 130 Prozent des Bruttoinlandsproduktes bleiben, teilten die Analysten am späten Freitagabend mit.

          Die Bonitätswächter kritisierten, die Pläne der Regierung in Rom verfolgten keine „kohärente Reformagenda“, die das unterdurchschnittliche Wachstum des Landes adressieren werde.

          Bisher hatte die amerikanische Agentur Italien mit „Baa2“ bewertet, nun liegt es bei „Baa3“. Damit ist eine Investition in italienische Staatsanleihen weiterhin eine durchschnittlich gute Anlage, verschlechtert sich aber die Gesamtwirtschaft, ist mit Problemen zu rechnen. Die Bewertung ist nur
          noch eine Stufe über dem Ramschstatus.

          Die Finanzpläne Roms sorgen seit Wochen für Nervosität. Nun spitzt sich der Streit um den Haushaltsentwurf zwischen Brüssel und Rom zu. Die EU-Kommission sieht in den Plänen zur Neuverschuldung eine „noch nie da gewesene“ Abweichung von den Kriterien des Stabilitätspaktes.

          Auch deutsche Top-Ökonomen sind alarmiert. „In der nächsten Wirtschaftskrise könnte das Vertrauen der Investoren in die italienischen Staatsfinanzen ganz kollabieren“, sagte Ifo-Chef Clemens Fuest der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Da Italien sich nicht an die Fiskalregeln der EU halte, könne es im Ernstfall keine Hilfe von den Rettungsschirmen oder der Europäischen Zentralbank (EZB) erwarten.

          Die EU-Kommission habe keine andere Wahl, als die Regeleinhaltung strikt einzufordern. „Dabei gilt: Italien sollte nicht und könnte nicht gerettet werden.“ Auch Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater sagte: „Das Worst-Case-Szenario wäre ein Käuferstreik für italienische Anleihen. Dann würde sich gegen Rom Druck aufbauen. Und dann könnte es fatal sein, wenn ein weiterer Schock hinzu käme, etwa ein Konjunktureinbruch oder der Zusammenbruch einer Bank.“

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