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Bonität : Moody’s senkt Rating für Türkei auf Ramschniveau

  • Aktualisiert am

Das Logo der Ratingagentur Moody’s an ihrem Office in New York. Bild: AP

Die Ratingagentur Moody’s senkt den Daumen über die Türkei und stuft die Bonität das Landes weiter herab. Die türkische Regierung kritisiert die Abwertung und macht dem Unternehmen Vorwürfe.

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          Die Ratingagentur Moody's bewertet die langfristigen Verbindlichkeiten der Türkei nur noch mit der Note „Ba1“. Das ist zwar nur eine Herabsetzung um eine Stufe, bedeutet aber, dass die Türkei aus dem so genannten Investment-Bereich in den Ramsch-Bereich hineinrutscht.

          Weiterhin stabil ist der Rating-Ausblick. Das heißt, dem Land droht vorerst nicht, weiter abgestuft zu werden. Allerdings könnte der Türkei eine milliardenschwere Kapitalflucht bevorstehen. Große Investoren verlassen sich in der Regel auf die Ratings und sind quasi gezwungen, Geld abzuziehen, wenn die Ratingagenturen Länder schlechter bewerten.

          Moody’s hatte bereits Mitte Juli nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei erklärt, eine Herabstufung zu prüfen. Es müssten die mittelfristigen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und politische Einrichtungen bewertet werden, hieß es. Nun teilte Moody’s mit, für die Jahre 2016 bis 2019 werde für die Türkei nur noch ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent erwartet. Das liege deutlich unter den 5,5 Prozent, mit denen die türkische Wirtschaft im Schnitt zwischen 2010 und 2014 gewachsen sei.

          Belastetes Investitionsklima

          Die Reaktion der Regierung auf den gescheiterten Militärputsch werfe Fragen auf, erklärte Moody’s. So gebe es nach dem türkischen Vorgehen gegen Privatfirmen, die Verbindungen zur Bewegung des Predigers Fettullah Gülen hätten, nun zunehmende Sorgen mit Blick auf den Schutz privater Investments in der Türkei. Das belaste das Investitionsklima insgesamt. Die Türkei wirft Gülen vor, Drahtzieher des gescheiterten Putsches vom 15. Juli zu sein. Gülen weist die Vorwürfe zurück.

          Bei der türkischen Regierung stieß die Rating-Herabstufung durch Moody’s auf Kritik. Ministerpräsident Binali Yildirim sagte, der Schritt zeige, dass die Bewertung nicht neutral sei.

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