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Modellbau : Märklin baut 361 Stellen in Göppingen ab

  • Aktualisiert am

Stellenabbau bei Märklin ist beschlossen Bild: dpa

Das Sparpaket bei größten Hersteller von Modelleisenbahnen ist geschnürt: 361 Stellen werden abgebaut. Doch die meisten Arbeitsplätze soll auch künftig an deutsche Standorten bleiben.

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          Das Sparpaket beim weltgrößten Modelleisenbahnhersteller Märklin ist unter Dach und Fach: Im Stammwerk im schwäbischen Göppingen werden 361 Stellen sozialverträglich abgebaut, wie das Unternehmen am Dienstag berichtete.

          Für die ausscheidenden Mitarbeiter werde eine Beschäftigungsgesellschaft gegründet. Dort sollen die Mitarbeiter bis zu zwölf Monate qualifiziert werden. Außerdem wurde ein Sozialplan vereinbart. Über die Höhe wurden zunächst keine Angaben gemacht.

          Keine betriebsbedingten Kündigungen bis 2010

          Für den Sozialplan verzichten die Mitarbeiter in diesem Jahr voll auf ihr Weihnachtsgeld. In den kommenden beiden Jahren bekommen sie nur die Hälfte ausbezahlt. Ferner sei zwischen IG Metall und Unternehmensleitung in den Bereichen Logistik, Infrastrukturdienste und Werkzeugbau eine Flexibilisierung der Arbeitszeit vereinbart worden.

          Das Unternehmen verpflichtete sich im Gegenzug bis Ende 2010 keine betriebsbedingten Kündigungen in Göppingen auszusprechen. Im Stammwerk werde weiterhin die Montage der hochwertigen Lokomotiven erhalten bleiben.

          Über zwei Drittel der Belegschaft weiter an deutschen Standorten

          Vom schwäbischen Stammwerk sollen die nicht automatisierbaren, einfachsten Montagearbeiten ins thüringische Sonneberg, sowie nach Nürnberg und ins ungarische Györ verlagert werden.

          Die Belegschaft hatte gegen die Sparpläne vor einigen Wochen für mehrere Tage die Arbeit niedergelegt und dadurch die Produktion lahm gelegt. Eigentlich hatte das Unternehmen 400 Stellen abbauen wollen. In Göppingen werden in Zukunft 720 Mitarbeiter beschäftigt bleiben.

          Mit der Neuordnung der Produktion werde die Zukunft des Unternehmens auf ein sicheres Fundament gestellt. Das Unternehmen wolle weiterhin über zwei Drittel der Belegschaft an deutschen Standorten beschäftigen sowie 90 Prozent seiner Produkte in eigenen europäischen Werken herstellen.

          Der Umsatz des Modelleisenbahnhersteller ging 2003 um 3,5 Prozent auf 164,4 Millionen Euro zurück. Für das laufende Jahr werde wegen der Konjunkturflaute keine Umsatzsteigerung erwartet.

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