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Mode : Jil Sander wirft zum zweiten Mal das Handtuch

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Jil Sander verläßt Jil Sander abermals Bild: dpa

Jil Sander verläßt das nach ihr benannte, seit dem Jahr 2000 zur Prada-Gruppe gehörende Modehaus abermals. Gründe wurden nicht genannt. Doch Modeschöpferin Sander und Prada-Chef Bertelli gelten als unnachgiebig und kaum kompromißfähig.

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          Nun hat sie zum zweiten Mal das Handtuch geworfen. Das erste Mal war Jil Sander im Jahre 2000, ein Jahr nachdem sie die Mehrheit ihres Unternehmens an die Mailänder Prada-Gruppe verkauft hatte, im Streit mit den neuen Eigentümern ausgeschieden.

          Im Mai vorigen Jahres hatte sie der emotionsgeladene Prada-Chef Patrizio Bertelli, nach glücklosen Versuchen mit anderen Designern, reumütig wieder zurückgerufen.

          Dürre Worte zur zweiten Trennung

          Jetzt teilt das Modehaus in Hamburg in dürren Worten mit, daß man mit der Modeschöpferin übereingekommen sei, die Zusammenarbeit einvernehmlich zu beenden. Gründe werden nicht genannt.

          Mit dem Unternehmen hat der Luxuskonzern bisher wenig Glück gehabt. Im vergangenen Jahr war der Umsatz auf 125,7 (138,8) Millionen Euro zurückgegangen, der Jahresfehlbetrag hatte sich weiter auf 28,4 (26,3) Millionen Euro erhöht. Im laufenden Jahr hat sich die Lage ein wenig aufgehellt. Die Erlöse sind im ersten Halbjahr um 4 Prozent auf 65,4 Millionen Euro gestiegen - allerdings muß wieder ein Fehlbetrag von 17 Millionen Euro verkraftet werden.

          Unnachgiebig und kaum kompromißfähig

          Doch der Zustand des Unternehmens dürfte kaum zur neuen Trennung geführt haben. Modeschöpferin wie Prada-Chef, Ehemann der Prada-Inhaberin Miuccia Prada, gelten als unnachgiebig und kaum kompromißfähig.

          Selbst als Vorstandsvorsitzende hatte sich Jil Sander (Jahrgang 1943) um die allerkleinsten Details gekümmert. Um jeden Millimeter, um jede Nuance wußte sie zu kämpfen, wenn es denn sein sollte. Das mag ein Grund ihres Scheiterns gewesen sein.

          Doch daß sie sich Anfang 2000 von der Mehrheit ihres Unternehmens und später dann von den übrigen Anteilen trennen mußte, lag auch an Fehlinvestitionen, besonders im Aufbau eigener Luxusgeschäfte in aller Welt - vor allem aber an der für Luxusmode nicht gerade günstigen Konjunktur. Die Zahl der Kunden, die für ein Kleid oder einen Anzug mühelos mehr als 2000 Euro zahlen können, ist eben doch überschaubar.

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