https://www.faz.net/-gqe-73bkd

Mobilfunk : Telekom findet neuen Partner für T-Mobile USA

T-Mobile-Filiale in Illinois Bild: dpa

Die Deutsche Telekom fusioniert ihr seit langem kriselndes Amerika-Geschäft mit dem kleineren Konkurrenten MetroPCS. Das teilten die beteiligten Unternehmen mit. An dem neuen Unternehmen soll die Telekom-Tochter T-Mobile USA 74 Prozent der Anteile und die MetroPCS 26 Prozent halten.

          Die Deutsche Telekom nimmt einen neuen Anlauf, ihre amerikanische Tochtergesellschaft T-Mobile USA mit einem Partner zu verbünden - diesmal aber in anderer Form als bei dem gescheiterten Versuch, das Geschäft an den Wettbewerber AT&T zu verkaufen. Wie die Telekom am Mittwoch mitteilte, soll T-Mobile USA mit dem kleineren amerikanischen Wettbewerber Metro PCS zusammengeführt werden. Die Transaktion würde T-Mobile USA faktisch zu einem börsennotierten Unternehmen machen, an dem die Deutschen die Mehrheit halten. Die Telekom wird T-Mobile USA in die börsennotierte Metro PCS Communications Inc. einbringen und an dieser Gesellschaft einen Anteil von 74 Prozent bekommen. Die bisherigen Aktionäre von Metro PCS sollen 26 Prozent halten und außerdem 1,5 Milliarden Dollar in bar bekommen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Der Telekom-Vorstandsvorsitzende René Obermann, dem der geplatzte Verkauf von T-Mobile USA an AT&T als schwerer Makel anhaftete, geht mit der Vereinbarung in Amerika wieder in die Offensive. Obermann wollte das zum Sorgenkind des Konzerns gewordene Geschäft abstoßen; AT&T war bereit, 39 Milliarden Dollar dafür zu zahlen. Die Transaktion scheiterte am Widerstand der amerikanischen Kartellbehörden.

          Mit der nun verkündeten Partnerschaft mit Metro PCS nimmt das amerikanische Abenteuer der Telekom, das noch unter dem früheren Vorstandsvorsitzenden Ron Sommer begann, eine abermalige Wendung. Sommer hatte im Jahr 2000 den Kauf des Mobilfunkanbieters Voicestream angekündigt, der die Telekom 40 Milliarden Euro kostete. Der Preis galt als sehr hoch, aber die Rechnung schien zunächst aufzugehen. Die Telekom hatte mit der bald in T-Mobile USA umbenannten Gesellschaft einen Fuß in einem der wachstumsstärksten Märkte. Seit einigen Jahren verliert T-Mobile USA aber an Boden gegenüber immer größeren Rivalen, die sich untereinander konsolidierten.

          Heute ist T-Mobile USA mit 33 Millionen Kunden die abgeschlagene Nummer vier auf dem amerikanischen Mobilfunkmarkt. Verizon Wireless und AT&T haben jeweils mehr als 100 Millionen Kunden, Sprint Nextel 56 Millionen. Gerade die lukrativen Vertragskunden wenden sich in großer Zahl von T-Mobile USA ab, unter anderem weil die Netzqualität als ausbaufähig gilt. Außerdem hat T-Mobile das iPhone-Handy von Apple nicht im Programm. Metro PCS hatte zuletzt 9,3 Millionen Kunden. Auch mit Metro PCS hätte T-Mobile also noch einen großen Rückstand auf die Marktführer. John Legere, der Vorstandschef von T-Mobile USA, soll auch das kombinierte Unternehmen führen. Die Telekom erwartet, dass der Zusammenschluss Synergien von bis zu 7 Milliarden Dollar bringt, und stellt in Aussicht, dass die Transaktion im ersten Halbjahr 2013 behördlich genehmigt wird.
           

          Weitere Themen

          SPD orientiert sich an der Schweiz

          FAZ Plus Artikel: Vermögenssteuer : SPD orientiert sich an der Schweiz

          Bei ihren Plänen, eine Vermögenssteuer für reiche Privatpersonen und Unternehmen einzuführen, orientiert sich die SPD am „Schweizer Modell“. Die Eigenheiten des Steuersystems des Nachbarlandes lässt sie dabei aber außer Acht.

          Axel Voss auf der Gamescom Video-Seite öffnen

          „Dont kill the Messenger“ : Axel Voss auf der Gamescom

          Wir haben einen Rundgang über das Kölner Messegelände mit Axel Voss, dem wohl polarisierendsten Besucher der diesjährigen Gamescom unternommen und uns mit ihm über die Debatte um Artikel 13, seine Bekanntheit bei jüngeren Gamern und Minecraft unterhalten.

          Topmeldungen

          Es ist das erste Mal, dass Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel ausrichtet.

          G-7-Gipfel : Wer reden will, soll ruhig reden

          In Biarritz inszeniert Emmanuel Macron einen G-7-Gipfel voller Überraschungen. Er überrumpelt Trump und lässt den iranischen Außenminister einfliegen. Ganz offensichtlich hat der französische Präsident aus seinem Anfängerfehler gelernt.
          Die Union hat in Dresden die Kohle im Blick

          Union und Kohleausstieg : „Es gilt das, was vereinbart ist: 2038“

          Die Verunsicherung unter den Bergleuten war groß, als Bayerns Ministerpräsident Markus Söder jüngst einen Ausstieg aus der Kohle 2030 ins Spiel brachte. Annegret Kramp-Karrenbauer verspricht nun, am Kohle-Ausstiegstermin 2038 nicht mehr zu rütteln.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.