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Mobilfunk : E-Plus importiert japanischen Handyerfolg

  • Aktualisiert am

Neuer Handydienst für Deutschland Bild:

Der Mobilfunkbetreiber startet nach der Cebit mit i-mode: Der Handydienst, in Japan sehr erfolgreich, soll den deutschen Markt aufrollen.

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          Japan kann als Traumvorstellung deutscher Mobilfunkanbieter gelten: Mehr als 30 Millionen Menschen laden sich dort täglich Nachrichten, Spiele und Bilder auf ihre Handys, rufen unterwegs ihre Kontostände ab und verschicken mobil ihre elektronische Post. Und sie zahlen für diese Dienste, die unter dem Markennamen i-mode vermarktet werden. Nun will der Mobilfunkanbieter E-Plus das erfolgreiche Konzept auf den deutschen Markt übertragen. Doch es ist offen, ob sich i-Mode hier zu Lande mit dem selben Erfolg wie in Japan durchsetzen wird.

          I-Mode steht in Japan für Information, Internet, Interaktivität sowie für Liebe. Kernstück und technische Plattform von i-Mode ist das Internet. Die Kunden des größten japanischen Mobilfunkanbieters NTT DoCoMo können mit ihren Handys in einer vereinfachten Form des Internets surfen und dadurch multimediale Inhalte auf mobilen Empfangsgeräten nutzen. NTT DoCoMo hält 15 Prozent an der niederländischen KPN Mobile, der Muttergesellschaft von E-Plus. Der Weg für den deutschen Markt ist somit frei.

          E-Plus startet mit i-mode nach der Cebit

          "I-Mode ist einfach, übersichtlich und schnell", verspricht E-Plus-Sprecherin Catrin Glücksmann. E-Plus werde die Marke auf der Technologiemesse CeBIT vom 13. bis 20. März in Hannover vorstellen. Dazu gehöre auch die Präsentation des mit einem großen Farbbildschirm ausgestatteten i-Mode-Handys N21i von NEC und der Partner für die multimedialen Inhalte. In den darauf folgenden Wochen soll i-Mode dann auf dem deutschen Markt starten. Doch während die Netzbetreiber bei der ersten Generation von mobilen Mobilfunkdiensten, dem so genannten Wireless Application Protocol (WAP), mehr versprochen hatten, als zu halten war, schlägt E-Plus bei i-Mode nun vorsichtigere Töne an. Man gehe von einer „breiten Akzeptanz“ des neuen Angebots aus, hieß es lediglich.

          Schlechte Erfahrungen mit WAP

          Bei WAP war die Nachfrage weit hinter den stark geschürten Erwartungen der Anbieter zurückgeblieben. Die WAP-Handys konnten nicht wie angekündigt die weite Welt des Internets auf dem Display bieten, sondern nur extra umprogrammierte Internet-Seiten abbilden. Die Auswahl war beschränkt, die Nutzer waren enttäuscht. "Der Erfolg von mobilem Multimedia hängt letztendlich von der Qualität des Angebots ab", sagte E-Plus-Sprecherin Glücksmann.

          E-Plus will deshalb seine i-Mode-Partner unmittelbar am Umsatz beteiligen, damit eine hohe Qualität der Inhalte gewährleistet wird. In Japan gibt NTT DoCoMo 91 Prozent der Gebühren an die Unternehmen weiter, die über i-Mode Information, Service und vor allem Unterhaltung anbieten. „Die Umsatzbeteiligung werden wir in einem ähnlichen Verhältnis gestalten", sagte die E-Plus-Sprecherin.

          Asiatische Handys auf dem Vormarsch

          Ebenfalls neu wird auch die Ausstattung der i-Mode-Handys sein. Das N21i von NEC verfügt über ein großflächiges, mehrfarbiges Display und 16-stimmige Klingeltöne. Auch dies soll mobilen Multimedia-Angeboten zum ersehnten Durchbruch verhelfen. Allerdings ist NEC die einzige Firma, die rechtzeitig zur CeBIT ein i-Mode-Modell auf den Markt bringt. E-Plus versichert, dass ausreichend Handys zur Verfügung stehen werden.

          Kann der japanische Erfolg nach Europa exportiert werden?

          Doch es bleibt offen, ob E-Plus den Erfolg von NTT DoCoMo wiederholen kann. Die Voraussetzungen sind teilweise sehr unterschiedlich. In der Studie „i-mode in Europe“ schreibt das Marktforschungsunternehmen Frost & Sullivan, dass vergleichsweise wenig Haushalte in Japan über einen Computer mit festen Internetzugang verfügen. Die Bereitschaft, über ein mobiles Empfangsgerät zu surfen, sei somit bei Japanern größer. Ein weiterer Unterschied ist die Marktposition der beiden Unternehmen.

          Während NTT DoCoMo den japanischen Markt weitgehend beherrscht, rangiert E-Plus in Deutschland mit rund 7,5 Millionen Kunden lediglich auf dem vierten Platz unter den Mobilfunkanbietern hinter T-Mobile, D2 Vodafone und Debitel. Nicht zuletzt werden über den Erfolg von i-Mode auch die Anschaffungskosten für das Handset sowie die Grundgebühr zur Nutzung des Dienstes entscheiden.

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