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Mobilcom : Der Streit geht weiter

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Die Auseinandersetzung zwischen France Télécom und Mobilcom eskaliert. Auch in Frankreich schlägt die Affäre nun hohe Wellen.

          Im Streit zwischen dem Telefonkonzern Mobilcom und seinem Großaktionär France Télécom um die UMTS-Finanzierung geht es ans Eingemachte. Mobilcom informierte France Télécom, dass der Konzern die Veröffentlichung wesentlicher Teile des Kooperationsvertrags zwischen beiden Unternehmen in Erwägung zieht. Dadurch sollen die Interessen des Unternehmens, von Kreditgebern und Aktionären geschützt werden.

          Der Konflikt schlägt auch in Frankreich Wellen. Offensichtlich hat sich die französische Regierung in den Fall eingeschaltet. „France Télécom muss sich aus diesem deutschen Sumpf zu einem günstigen Preis herauswinden“, schrieb die französische Tageszeitung „Libération“ am Mittwoch, die einen Berater von Wirtschafts- und Finanzminister Laurent Fabius zitierte. „France Télécom hat keine andere Wahl mehr.“

          Weg mit Schaden

          Medienberichten zufolge werden die möglichen finanziellen Belastungen für die hoch verschuldete France Télécom aus ihrem Mobilcom-Engagement auf bis zu 15 Milliarden Euro geschätzt. Durch einen schnellen Ausstieg könnten die Lasten auf 4,2 Milliarden Euro begrenzt werden. Soviel habe France Télécom bisher in das Büdelsdorfer Unternehmen investiert, berichtete „Liberation".

          Öffentliche Debatte über Vertrauliches

          Über das Vertragswerk war nach Angaben eines Mobilcom-Sprechers Vertraulichkeit vereinbart worden. „Das Angebot an die Öffentlichkeit soll für mehr Transparenz sorgen“, sagte er. Es werde öffentlich über etwas gestritten, was nur die beiden Unternehmen kennen. Mit einer Veröffentlichung solle sich jeder selbst ein Bild von den Inhalten machen können. Sobald sich France Télécom zu dem geplanten Mobilcom- Schritt geäußert hat, wollen die Büdelsdorfer über die Veröffentlichung entscheiden. Die Franzosen gaben zunächst keine Stellungnahme ab.

          Wie weit reicht die Finanzierungspflicht?

          Nach Ansicht von Mobilcom hat der französische Partner die Öffentlichkeit „sehr missverständlich in Bezug auf seine Finanzierungsverpflichtung“ informiert. Diese Stellungnahmen hätten den Aktienkurs negativ beeinflusst und „verursachten große Schäden für die Mobilcom AG und ihre Aktionäre“. Die Aktie war in der vergangenen Woche deutlich abgestürzt, bevor sie sich wieder leicht erholte.

          Zustimmungspflichtig oder nicht?

          Der Konflikt zwischen den beiden Telekom-Konzernen hat sich an zwei Themen entzündet. France Télécom ist anders als Mobilcom-Chef Gerhard Schmid der Auffassung, dem laufenden Geschäftsplan zustimmen zu müssen. Dabei geht es vor allem um die Höhe der Investitionen in das neue UMTS-Handynetz. Die Unterschiede bei der Interpretation des Rahmenabkommens will France Télécom notfalls gerichtlich klären lassen.

          Während der Büdelsdorfer Telekommunikationskonzern bis Ende 2003 rund 1,4 Milliarden Euro in den Netzaufbau investieren will, fordert die hoch verschuldete France Télécom, die Ausgaben zu strecken. Mobilcom beruft sich auf eine Zusage, wonach France Télécom über die UMTS-Lizenzkosten von 8,4 Milliarden Euro hinaus bis 2010 weitere Mittel von bis zu zehn Milliarden Euro für den Netzaufbau bereitstellen solle.

          Fragen zum Aktienpaket Schmid-Sindram

          Des weiteren soll Mobilcom seinen Partner bis zum 7. März über die Umstände der Aktienkäufe von Sybille Schmid-Sindram aufklären. Schmids Ehefrau hält mehr als vier Millionen Mobilcom- Aktien, rund fünf Prozent des Kapitals. Ihr Mann verfügt über mehr als 40 Prozent des Aktienkapitals, France Télécom über seine Mobilfunktochter Orange 28,5 Prozent.

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