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Hessische Wirtschaft : Zerbrechliches Exportgeschäft

Mitarbeiter von Glasbau Hahn fertigen eine Vitrine für ein Museum im Ausland. Bild: Maximilian von Lachner

Durch die Pandemie ist der globale Handel seit Monaten eingeschränkt. Das ist besonders für die hessische Wirtschaft ein Problem. Sechs Prozent weniger als im Vorkrisenjahr lieferte sie ins Ausland.

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          Besondere Zeiten erfordern besondere Schritte. Deshalb machte Norbert Leonhardt das, was eigentlich gar nicht geht, derzeit aber sein muss: Er leitete Monteure in Japan in einer dreistündigen Videokonferenz beim Aufbau einer Museumsvitrine an. Die Arbeit ist heikel, schließlich handelt es sich bei den Ausstellungsstücken, die darin nun stehen, um sensible Werke, die Vitrinen müssen deshalb konservatorischen Anforderungen genügen. Genau deshalb erledigen diese Aufgaben in der Regel Monteure von Glasbau Hahn selbst. Doch wegen der Covid-19-Pandemie sind die Angestellten des Frankfurter Glasereibetriebs beim Reisen eingeschränkt, weshalb sich Norbert Leonhardt, einer der beiden Geschäftsführer des mittelständischen Betriebs, mit dem virtuellen Austausch behalf. „Wir mussten fertig werden, auf Teufel komm raus“, sagt der zweite Geschäftsführer, Karl Ludwig Kley.

          Daniel Schleidt
          Stellvertretender Koordinator der Wirtschaftsredaktion in der Rhein-Main-Zeitung.

          Glasbau Hahn, ein weltweit geschätzter Spezialist für Museumsvitrinen, ist von der Pandemie besonders hart getroffen. Das Unternehmen hat einen Exportanteil von 95 Prozent, fast die gesamten Umsätze basieren also auf Geschäften im Ausland. Und genau die waren und sind stark eingeschränkt. Nicht nur für Glasbau Hahn, wie Exportzahlen zeigen.

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