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KKR-Beteiligung : Rüstungshersteller Hensoldt macht Börsengang offiziell

Drohne von Rüstungselektronikhersteller Hensoldt Bild: Dagmar Kielhorn

Der Finanzinvestor KKR will nun im zweiten Anlauf einen Teil des Unternehmens an die Börse bringen. Darüber hinaus werden Anlegern aber auch neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung angeboten.

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          Nachdem der Wohnwagenhersteller Knaus Tabbert die Absicht zum Börsengang bekundet hatte, hat am Dienstag der nächste konkrete Kandidat für das Parkett seine IPO-Absicht erklärt: Der Rüstungshersteller Hensoldt. Die F.A.Z. hatte in der vergangenen Woche berichtet, dass das Unternehmen von kommender Woche an – und nach dem Feiertag Labor Day in Amerika –  seine „Intention To Float“  (ITF) veröffentlichen würde. Diese Absichtserklärung gilt als offizieller Startschuss für einen Börsengang. Das Zeitfenster dafür ist de facto bis etwa Mitte Oktober offen, Investoren wollen nicht zu nahe an die Präsidentenwahl in Amerika heran.

          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wie Hensoldt am Dienstag mitteilte, sollen die den Anlegern angebotenen Aktien zum einen aus dem Bestand des Haupteigentümers KKR stammen. Darüber hinaus will das Unternehmen aus Taufkirchen frisches Geld durch die Ausgabe neuer Aktien aus einer Kapitalerhöhung einsammeln, um Wachstum zu finanzieren und die Bilanz zu stärken.

          Zweiter Anlauf

          Die Beteiligungsgesellschaft KKR, die Hensoldt 2017 erworben hatte, wollte das Unternehmen ursprünglich in den ersten Monaten des Jahres an die Börse bringen, unterbrach den Prozess aber wegen der Corona-Krise. Nun sind die mandatierten Banken wieder aktiv. Bei diesen handelt es sich Insidern zufolge federführend um die Bank of America, die Deutsche Bank und JP Morgan. Weitere Rollen spielen offenbar Citi und die Commerzbank.

          Hensoldt erzielte 2019 gut 1,1 Milliarden Euro Umsatz und 216 Millionen Euro als bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Auf etwa diesem Niveau sei auch das Ebitda für das laufende Jahr zu erwarten, sagen Eingeweihte. Als börsennotierter Vergleichswert sollen Investoren die britische Ultra Electronics heranziehen. Wenn die momentan mit dem Zwölffachen des Ebitda bewertet wird, ist noch ein „IPO-Rabatt“ zu berücksichtigen, also ein Rabatt für die Investoren, die damit beim Initial Public Offering einen Einstiegspreis bekommen sollen.

          Wie vor der offiziellen IPO-Ankündigung zu vernehmen gewesen war, dürfte das Rüstungsunternehmen insgesamt mit weit über zwei Milliarden Euro bewertet werden. KKR wollte dem Vernehmen nach mehr als ein Viertel der Anteile an den Markt bringen. Es werde wohl eine kleine Kapitalerhöhung geben, war zu hören. Der Investor und die Banken hatten Stellungnahmen zu dem Thema vor der Ankündigung des Börsengangs stets abgelehnt.
           
          Auch der Caravanhersteller Knaus Tabbert hatte schon in der vergangenen Woche seine Absicht zum Sprung auf den Kapitalmarkt bekanntgegeben. Was sich durch die Corona-Krise geändert hat, ist der Zeitplan vieler Kandidaten. Die können jetzt ihren Plan im Eiltempo durchziehen, nach dem Vorbild des Kaffeeanbieters JDE Peet’s, der nicht einmal zwei Wochen von der ITF bis zum Börsengang brauchte. Vorteil ist, dass die Reaktionszeit auf ein Markthoch dann nicht mehr so lang ist. Bisher gelten vier Wochen als Standard: je zwei Wochen für die Präsentationen vor Investoren und eine vorangehende Vorvermarktungsphase.

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