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Mario Ohoven : Mittelstandspräsident stirbt durch Unfall

Mario Ohoven ist gestorben. Das Foto zeigt den Präsidenten des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) auf einem Empfang im Jahr 2017. Bild: dpa

Mario Ohoven ist tot. Der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

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          Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), ist am Samstag im Alter von 74 Jahren in Düsseldorf bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Mehr als zwei Jahrzehnte lang war Ohoven eine prägende Persönlichkeit als Verbandsvertreter des deutschen Mittelstands. 1998 wurde der gelernte Bankkaufmann und Anlageberater, 1946 in Neuss geboren, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft. In den darauffolgenden Jahren formte Ohoven den 1975 gegründeten Verband mit 340 Geschäftsstellen und 60 eigenen Auslandsbüros und verlieh ihm in der Öffentlichkeit eine Stimme.

          Kerstin Schwenn
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          1999 erhielt Ohoven den Europa-Preis des Europäischen Wirtschaftsinstituts (EWI). 2001 wurde er mit dem „Oscar des deutschen Mittelstandes“ ausgezeichnet. Im Jahr 2005 verkaufte Ohoven sein eigenes Unternehmen, die Investor-und Treuhand-Beteiligungsgesellschaft.

          In der wirtschaftspolitischen Debatte meldete sich Ohoven verlässlich zu Wort. Beispielsweise wandte er sich sehr früh kritisch gegen das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP, wegen der Rolle der Schiedsgerichte und der Gestaltung des Verbraucherschutzes. Auch das Thema „Altersvorsorge von Selbständigen“ lag Ohoven und seinem Verband immer besonders am Herzen.

          Altmaier: „Ich habe Ohoven sehr geschätzt“

          Die Mitglieder wussten das zu schätzen – auch wenn sich viele mit ihm persönlich nicht auf einer Wellenlänge fühlten, weil Ohoven und seine Familie ihr prominentes Leben gern zur Schau stellten. Sie setzten sich aber auch für wohltätige Zwecke ein. Ohovens Frau Ute-Henriette ist Unesco-Sonderbotschafterin und engagiert sich für die Bildung von Kindern in Not.

          Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier würdigte Ohoven und sagte, er habe Großes für die mittelständische Wirtschaft geleistet. „Ich habe ihn sehr geschätzt. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Mitarbeitern“, schrieb der CDU-Politiker am Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter.

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