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Auch in Deutschland : Miele will mehr als 1000 Stellen abbauen

Waschautomaten von Miele Bild: dpa

Die wachsende Konkurrenz durch asiatische Rivalen macht dem Premiumanbieter zu schaffen. Ein hartes Sparprogramm soll den Konzern fit für die Zukunft machen. Außerdem will das Management neue Geschäftsfelder erschließen.

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          Der Hausgerätehersteller Miele will wegen der wachsenden Konkurrenz im Geschäft mit Hausgeräten seine Kosten senken. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, sollen bis zum Jahr 2021 etwa 1070 Stellen wegfallen, davon etwa 240 in Deutschland. Die Einschnitte seien nötig, um Miele als gesundes, starkes und unabhängiges Familienunternehmen zu sichern, heißt es dazu in einer Pressemeldung.

          Christian Müßgens
          (cmu), Wirtschaft

          „Die Umsetzung der geplanten Veränderungen wird ein Kraftakt, der nur mit der Unterstützung und dem Vertrauen der Belegschaft gelingt“, lassen sich die beiden Geschäftsführenden Gesellschafter Markus Miele und Reinhard Zinkann darin zitieren. Der Stellenabbau solle möglichst sozialverträglich erfolgen. Außerdem sollen an anderer Stelle – etwa im Digitalbereich - auch 470 neue Stellen entstehen.

          In Summe sollen die Einschnitte das Ergebnis um etwa 190 Millionen Euro im Jahr entlasten. Damit will Miele freie Mittel gewinnen, um Investitionen in die Digitalisierung und in neue Geschäftsfelder stemmen zu können. Gleichzeitig will Miele sich eine neue Struktur mit acht Unternehmensteilen, sogenannten Business Units geben, die ihre jeweiligen Geschäfte in eigener Verantwortung führen sollen.

          Neue Gebiete

          Der im ostwestfälischen Gütersloh ansässige Konzern „optimiert in allen Bereichen seine Prozesse und gewinnt so auch zusätzliche Spielräume bei den Kosten und Preisen“, heißt es dazu. „Die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen werden aus einer Position der Stärke und mit dem notwendigen Nachdruck in Angriff genommen.“

          Neben den Einsparungen will der Konzern auch in neue Geschäftsfelder investieren, wofür er die Einheit „New Growth Factory“ ins Leben ruft. Was genau dort entstehen soll, dazu hüllt sich der Konzern in Schweigen. In der Branche gilt es als wahrscheinlich, dass Miele etwa die Technik des zuletzt erworbenen Robotik-Unternehmens Yujin auf neue Gebiete ausweitet.

          Der deutsche Markt ist wettbewerbsintensiv

          Auch könnte die Marke Miele gedehnt werden und in Geschäftsfeldern jenseits des Kernmarktes mit Küchen- und Haushaltsgeräten expandieren. Schon im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 hatte der Premiumhersteller die globale Konjunkturabkühlung zu spüren bekommen. Nur dank der erstmaligen Einbeziehung von Yujin stieg der Umsatz noch einmal leicht um 1,5 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro.

          Ohne diesen Effekt hätte das Plus nur bei 0,2 Prozent gelegen. Im wettbewerbsintensiven deutschen Markt musste Miele im abgelaufenen Geschäftsjahr sogar einen leichten Umsatzrückgang um 0,3 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro hinnehmen. Spürbare Rückgänge gab es außerdem in China. In Hongkong dämpften die politischen Unruhen das Geschäft.

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