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Rauschmittel als Medizin : Legales Cannabis aus Deutschland nun verfügbar

Medizinisches Cannabis erobert den deutschen Markt: Die wertvollen Inhaltsstoffe werden aus der Blüte der Hanfpflanze gewonnen. Bild: obs

Vier Jahre nach der Legalisierung von medizinischem Cannabis können Apotheken das Rauschmittel nun auch aus deutscher Herstellung beziehen. Das Vertriebsmonopol hat ein hessisches Start-up.

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          Wenn Patienten bisher in Deutschland Medizinalcannabis erhalten wollten, waren sie auf Importe angewiesen, etwa aus Kanada und den Niederlanden. Nun jedoch können Apotheken auch in Deutschland hergestellte Blüten abgeben. „Ab sofort“, wie das Vertriebs-Start-up Cansativa aus der Nähe von Frankfurt mitteilt, können Pharmazeuten Medizinalcannabis bei dem einzigen Großhändler bestellen. Cansativa hatte vor knapp einem Jahr die exklusive Vetriebserlaubnis von der staatlichen Bundescannabisagentur erhalten.

          Falk Heunemann
          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Bereit seit März 2017 ist es Ärzten in Deutschland im Grunde erlaubt, Cannabisblüten und -extrakte als Betäubungsmittel zu verschreiben, etwa zur Schmerzlinderungen bei Schwerkranken. Die Medikamente stammten bislang aus dem Ausland, da der Bund zunächst eine Bundescannabisagentur aufbaute und dann in einem zeitaufwändigen Verfahren die drei Unternehmen Aphria, Aurora und Demecan auswählte, die staatlich kontrolliert und legal in Deutschland das Rauschmittel anbauen dürfen. Die erste Ernte war für Ende 2020 erwartet worden, hatte sich dann aber wegen der Pandemie verzögert. Gestattet ist den Anbauunternehmen eine Gesamternte von jährlich  2,6 Tonnen. Das würde derzeit reichen, um ein Viertel der Nachfrage von Patienten zu befriedigen, wie es heißt.

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