https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mittelstand/deutscher-mittelstand-bleibt-das-geschaeft-in-der-familie-16526335.html

Mittelstand : Bleibt das Geschäft in der Familie?

  • Aktualisiert am

Mitarbeiter arbeiten in einer Gießerei. Bild: dpa

Im deutschen Mittelstand schwindet offenbar das Interesse, das eigene Unternehmen an einen Nachfolger aus der Familie zu übergeben. Jeder zweite Inhaber kann sich dagegen einen externen Nachfolger vorstellen.

          1 Min.

          Mittelständler in Deutschland setzen bei der Unternehmensnachfolge inzwischen lieber auf eine externe Lösung als auf die eigene Familie. Das geht aus einer Sonderauswertung des Mittelstandspanels der staatlichen Förderbank KfW hervor. Nur noch 44 Prozent der Altinhaber wünschen sich demnach, das Unternehmen in die Hände eines Familienangehörigen zu legen. Jeder zweite kann sich dagegen einen Käufer von außen als Nachfolger vorstellen.

          Auch die Übergabe an Führungskräfte oder an Beschäftigte des Unternehmens erfreut sich wachsender Beliebtheit. Den Angaben zufolge halten 34 Prozent der Befragten diese Variante für denkbar. Das sind 10 Prozentpunkte mehr als 2018. Mehrfachnennungen waren möglich. „Das prägende Bild der familieninternen Übergabe an den Sohn oder die Tochter gerät ins Wanken“, sagte KfW-Mittelstandsfachmann Michael Schwartz.

          Aktuell planen den Angaben zufolge 152.000 Inhaber kleiner und mittlerer Firmen, das Unternehmen innerhalb der nächsten zwei Jahre in die Hände eines Nachfolgers zu legen. Das entspricht 4 Prozent der mittelständischen Firmen. In den beiden Vorjahren waren es jeweils 6 Prozent. Die KfW zählt Unternehmen, die nicht mehr als 500 Millionen Euro jährlich umsetzen, zum Mittelstand. Mehr als 10.000 Firmen nahmen an der Umfrage teil.

          „Die Zahl der offenen Nachfolgewünsche im deutschen Mittelstand geht aktuell zwar etwas zurück“, sagte Schwartz. Das bedeutet aber keine allgemeine Entwarnung. „Die Demografie wird die Nachfolgesuche künftig mehr denn je erschweren.“

          Schon jetzt seien mehr als 1,5 Millionen Inhaber 55 Jahre und älter (44 Prozent). Der Anteil von Firmeneigentümern im Alter von jünger als 40 Jahren habe sich seit 2002 dagegen von damals 28 auf aktuell 14 Prozent halbiert.

          Die von den Inhabern angepeilten Kaufpreise ziehen den Angaben zufolge weiter an. Derzeit müsste ein Käufer im Schnitt 372.000 Euro für den Erwerb eines mittelständischen Unternehmens bis Ende 2024 einplanen. Das seien 6 Prozent mehr als 2018. Allerdings plant nicht jeder Inhaber die Fortführung seiner Firma. Aktuell ist für 12 (Vorjahr: 16) Prozent der Befragten eine Stilllegung der einzig denkbare Weg.

          Weitere Themen

          Finanzielle Sorgen der Deutschen nehmen deutlich zu

          Inflation : Finanzielle Sorgen der Deutschen nehmen deutlich zu

          Steigende Preise und wirtschaftliche Unsicherheit führen in einem großen Teil der Bevölkerung zu ernsten Problemen. Mehr als jeder Dritte befürchtet, nicht mehr genug Geld zu haben, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.

          Update soll Kartenzahlungen wieder ermöglichen

          Probleme im Einzelhandel : Update soll Kartenzahlungen wieder ermöglichen

          Die Probleme mit Kartenzahlungen könnten sich noch Tage hinziehen. Zwar gebe es inzwischen ein Update für das betroffene Zahlungsgerät des Herstellers Verifone, teilte der Frankfurter Dienstleister Payone am Samstag mit. Die Version sei aber nicht stabil genug, um sie flächendeckend einzusetzen.

          Topmeldungen

          Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (mit geneigtem Kopf), links neben ihm die Präsidentin des ZdK, Irme Stetter-Karp, und die Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne); rechts neben Steinmeier Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU)

          Kirchentag in Stuttgart : Das Echo aus der Kirche

          Den Katholikentag in Stuttgart dominiert das Thema sexueller Missbrauch. Doch es ist nicht die einzige Ursache der Krise der katholischen Kirche in Deutschland.
          Freudenschreie in den Nachthimmel über Paris: Real Madrid gewinnt die Champions League.

          Champions-League-Finale : Der Liverpooler Albtraum ist Real

          In der Schlussphase wirft der FC Liverpool nochmal alles nach vorne, doch das Team von Trainer Jürgen Klopp kämpft vergebens. Nach dem Endspiel der Champions League jubelt einzig Real Madrid.
          Der Sieger: Ruben Östlund jubelt über seine Goldene Palme

          Goldene Palme in Cannes : Ein Schiffbruch wird belohnt

          Der Schwede Ruben Östlund gewinnt für „Triangle of Sadness“ die Goldene Palme von Cannes. Die übrigen Preise zeigen die Verlegenheit der Jury angesichts des diesjährigen Festivalwettbewerbs.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
          Kapitalanalge
          Erzielen Sie bis zu 5% Rendite
          Sprachkurse
          Lernen Sie Englisch
          Immobilienbewertung
          Verkaufen Sie zum Höchstpreis
          Zertifikate
          Ihre Weiterbildung im Projektmanagement