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Pulverfass Lateinamerika : Das Vorzeigeland versinkt im Chaos

  • -Aktualisiert am

Ein Polizist bewacht die Plaza Italia in Santiago de Chile, nachdem es am Vortag zu Plünderungen und Zusammenstößen kam. Bild: AP

Südamerika überkommt die Hoffnungslosigkeit: Jetzt eskalieren auch noch in Chile die Proteste und schlagen in brutale Gewalt um. Der Mittelstand einer ganzen Region droht den Glauben an seine Zukunft zu verlieren.

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          Nun also auch Chile? Aufstand in Ecuador, Krawalle in Bolivien, politische Turbulenzen in Peru, eine humanitäre Katastrophe gar in Venezuela. Aber Chile? Dass selbst das wirtschaftliche Vorzeigeland Lateinamerikas plötzlich im Chaos versinkt, hätte noch vor zehn Tagen kaum jemand erwartet. Ganz offenbar auch nicht Chiles liberal-konservativer Präsident Sebastián Piñera.

          Chile sei eine „Oase der Stabilität“ in der Region, hatte Piñera gerade erst der „Financial Times“ erklärt. „Wir haben eine stabile Demokratie, die Wirtschaft wächst, die Löhne steigen, und wir halten die Makroökonomie im Gleichgewicht“, sagte der Milliardär, der Chile seit Ende 2017 schon zum zweiten Mal regiert. Nur einen Tag später sah Piñera sich gezwungen, den Ausnahmezustand zu erklären und zum ersten Mal seit dem Ende der Pinochet-Diktatur vor dreißig Jahren das Militär auf die Straßen der Hauptstadt Santiago de Chile zu schicken.

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