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Siemens-Chef : Aktivistin stürmt vor Kaeser-Auftritt auf die Bühne

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Unerwarteter Besuch beim Jahresempfang des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft in Berlin: Aktivistin und Siemens-Chef Joe Kaeser Bild: dpa

Der Siemens-Vorstandsvorsitzende will bei einem Wirtschaftsempfang eine Rede halten. Eine Aktivistin kommt ihm dabei in die Quere – und darf zunächst auf der Bühne bleiben.

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          Vor einem Auftritt von Siemens-Chef Joe Kaeser bei einem Wirtschaftsempfang ist eine junge Klimaaktivistin auf die Bühne gestürmt. Sie strich sich am Montagabend in Berlin grüne Farbe auf die Wange und hielt eine kurze Rede. Eine andere Welt sei möglich, sagte sie beim Jahresempfang des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft in Berlin.

          Als die Frau am Rednerpult steht und sich auf Englisch zum Publikum wendet, eilt ein Sicherheitsmann herbei, um sie von der Bühne zu bringen. Kaeser, der direkt daneben steht, signalisiert dem Mann mit einer Handgeste, die Frau aussprechen zu lassen. Währenddessen hört man aus dem Publikum mehrmals „Es reicht schon. Danke!“

          Wie ein Video eines dpa-Reporters auf Twitter zeigt, begann sie daraufhin das Lied „I Will Survive“ zu singen. Der Sicherheitsmitarbeiter transportierte sie anschließend nach wenigen Minuten von der Bühne. Für den Verweis von der Bühne klatschte das Publikum Beifall. Noch während im Hintergrund der Gesang der Frau zu hören ist, wird über die Lautsprecher der Siemens-Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser angekündigt, der sich am Rednerpult schon positioniert hat.

          Kaeser reagierte entspannt auf den unerwarteten Besuch. Er müsse mit der Realität umgehen, sagte er anschließend. Er hätte der jungen Frau gerne angeboten, mit an Lösungen gegen den Klimawandel zu arbeiten. Weitere Informationen über eine genaue Zusammenarbeit nannte er nicht. Seine Tür sei offen. Der Siemens-Chef fügte hinzu, es wäre gut gewesen, wenn die junge Frau dageblieben wäre und vielleicht noch 50 oder 100 andere mitgebracht hätte: „Weil das, meine Damen und Herren, hier der Platz ist, wo Menschen jeden Tag früh morgens aufstehen und einen Job zu erledigen haben“, sagte Kaeser vor rund 3000 Zuhörern. „Die stellen sich eben nicht hin und sagen, was alles schlecht ist, sie haben eine ganz klare Meinung darüber, was zu tun ist.“

          Ein Sprecher des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft sagte mit Blick auf die Aktivistin: „Derartige Störungen lassen sich nicht verhindern. Unserem Verband ist an einem offenen Unternehmerdialog gelegen, deshalb haben wir die Aktivistin auf der Bühne in angemessenem zeitlichen Rahmen reden lassen.“

          Joe Kaeser geriet zuletzt bei Klimaschützern in die Kritik. Hintergrund ist ein geplantes Bergbau-Projekt des indischen Industriekonzerns Adani. Umwelt- und Klimaschützer – darunter die „Fridays for Future“-Bewegung – protestieren vehement gegen eine Siemens-Zulieferung für das riesige Kohlebergwerk, das in Australien entstehen soll.

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