https://www.faz.net/-gqe-a7wx0

Mit Tubman-Porträt : Pläne für neuen 20-Dollar-Schein wiederbelebt

  • Aktualisiert am

Ein Entwurf der Banknote aus dem Jahr 2015 Bild: AFP

Eigentlich wollte schon Barack Obama das Porträt der Anti-Sklaverei-Aktivistin Harriet Tubman „auf den 20-Dollar-Schein bringen“, doch Donald Trump stoppte das Vorhaben. Jetzt wird der Plan wieder aus der Schublade geholt.

          1 Min.

          Die neue amerikanische Regierung legt die unter Präsident Donald Trump gestoppten Pläne für den ersten Geldschein mit dem Porträt einer afroamerikanischen Frau wieder auf. Die Sprecherin von Präsident Joe Biden, Jen Psaki, kündigte am Montag an, das Finanzministerium wolle Harriet Tubman „auf den 20-Dollar-Schein bringen“. Es sei wichtig, „dass unsere Banknoten, unser Geld, die Geschichte und Diversität unseres Landes zeigen“.

          Der Plan für den neuen Geldschein mit Harriet Tubman, die von 1822 bis 1913 lebte, war noch unter Trumps Vorgänger Barack Obama bekanntgegeben worden. Trump kritisierte das Vorhaben im Wahlkampf als „reine politische Korrektheit“ und stoppte das Vorhaben 2019. Er bewundert den Präsidenten Andrew Jackson, der von 1829 bis 1837 amtierte und seit 1928 auf dem 20-Dollar-Schein abgebildet ist.

          Zu Zeiten Obamas hatte das Finanzministerium für die Entscheidung über die Neugestaltung der Banknote die Bürger befragen lassen. Millionen von Bürgern beteiligten sich. Die für den Geldschein ausgewählte Tubman war selber der Sklaverei entkommen und setzte sich danach für die Abschaffung der Sklaverei ein. Als Aktivistin der legendären Organisation Underground Railroad gelang es ihr, zahlreiche Afroamerikaner aus den Sklavenhalterstaaten des Südens in den Norden der Vereinigten Staaten und damit in die Freiheit zu schleusen.

          Der bislang auf dem Geldschein prangende Jackson war hingegen selber Sklavenhalter. Als General leitete er den Angriff auf das sogenannte Negro Fort in Florida, eine Ansiedlung früherer Sklaven. Als Präsident war Jackson dann für die Zwangsumsiedlungen von Indianern aus ihren Heimatgebieten im Südosten der Vereinigten Staaten in Territorien westlich des Mississippi-Stroms verantwortlich. Dabei starben Tausende von Ureinwohnern an Hunger und Krankheit.

          Als bislang letzte Frau war Martha Washington, die Ehefrau des ersten Präsidenten George Washington, Ende des 19. Jahrhunderts auf einen Ein-Dollar-Schein gedruckt worden. In den 1860er Jahren hatte auch ein Bild der legendären Ureinwohnerin Pocahontas einige Jahre lang einen 20-Dollar-Schein geziert. Allerdings handelte es sich dabei um eine Reproduktion eines Gemäldes ihrer Taufe. Seinerzeit wurden Dollarscheine noch von mehreren Banken herausgegeben. Dieser Schein stammte von der First National Bank of Butte, Montana.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der Afroamerikaner Jaques DeGraff lässt sich im Februar in New York gegen das Corona-Virus impfen.

          Impfung gegen Corona : Die alte Angst der Afroamerikaner

          In den Vereinigten Staaten lassen sich deutlich weniger Afroamerikaner impfen als Weiße. Das liegt auch an Erfahrungen, die Schwarze mit Gesundheitsbehörden gemacht haben. Viele kennen noch das Verbrechen von „Tuskegee“.
          Chinesische Soldaten in Peking

          Rüstung : Verteidigungsministerium warnt vor Bedrohung durch China

          Zwei Millionen Soldaten, rund 6850 Kampfpanzer und die weltweit größten konventionellen Raketenpotentiale: Mit seinem Militär versuche China, die internationale Ordnung entlang eigener Interessen zu ändern, warnt das Verteidigungsministerium. Auch Russland bleibe eine Gefahr.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.