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Minus von 1,3 Milliarden Euro : Krankenkassen mit Milliardendefizit

Eine Krankenpflegerin in Schutzausrüstung schaut aus dem Fenster in der Tür des Behandlungszimmers eines Corona-Virus-Patienten in Langen. Bild: Frank Röth

Das Minus wird größer. Skurrilerweise dämpft die Corona-Epidemie die Kosten – noch. Das Ziel der Regierung, die Sozialabgaben unter 40 Prozent zu halten, ist in Gefahr. Minister Spahn und der Kassenverband äußern sich erst mal nicht.

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          Die deutschen Krankenkassen haben im ersten Quartal ein Rekorddefizit eingefahren. Nach Informationen der F.A.Z. belief sich der Saldo aus Einnahmen und Ausgaben auf minus 1,33 Milliarden Euro, dreizehnmal so viel wie in den ersten drei Monaten des Vorjahres (minus 102 Millionen). Im ganzen Jahr 2019 hatte der Verlust 1,51 Milliarden Euro betragen – eine Summe, die 2020 vermutlich weit überschritten wird.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Die Ausweitung hat noch nicht sehr viel mit der Corona-Epidemie zu tun. Einige Kassen berichten sogar von sinkenden Ausgaben, weil Operationen verschoben wurden und viele Patienten den Weg zum Arzt scheuten. Erst im zweiten Quartal kam die Krankheitswelle voll zum Tragen, noch ist aber ungewiss, auf welche Weise. Klar ist, dass die Einnahmen wegen der Zunahme an Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit gefallen sind. Die Krankenkassen fordern deshalb höhere Bundeszuschüsse, sonst müssten die Beiträge steigen.

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