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Mineralöl : Immer weniger Tankstellen

  • Aktualisiert am

DEA hat vorgesorgt Bild: dpa

          1 Min.

          Tankstellen sind in Deutschland an jeder Ecke zu finden, sehr bequem für Autofahrer und nächtliche Spontaneinkäufer. Doch für die Tankstellenbetreiber ist diese Situation nicht so komfortabel.

          Aufgrund sparsamerer Motoren wird nach Schätzungen des Mineralölwirtschaftsverbandes der Benzinverbrauch in den nächsten Jahren kontinuierlich sinken. Damit wird der Markt eng, besonders für Tankstellen, denen kein großer Konzern stützend zur Seite steht.

          Vorbereitungen für die Zukunft

          Doch auch die Großen rüsten sich für die zukünftigen Herausforderungen. Nach vorausgegangenen Spekulationen - auch BP war im Gespräch - hat DEA jetzt in Shell einen Partner für den Mineralölmarkt gefunden. Allerdings muss das Bundeskartellamt noch seine Zustimmung geben.

          Die Aufsichtsbehörde hat in letzter Zeit alle Hände voll zu tun, um die zunehmende Konzentration in der Branche unter Kontrolle zu halten. Gab es im Sommer vergangenen Jahres noch die Auseinandersetzungen zwischen Freien Tankstellen - noch rund 20 Prozent aller Tankstellen - und Mineralölkonzernen wegen angeblich zu hoher Einkaufspreise, so muss sich das Kartellamt nun - neben der Angelegenheit DEA/Shell - auch um die anstehende Anmeldung eines sogenannten Strukturkrisenkartells kümmern.

          Dieses von den mittelständischen Verbänden Uniti und dem Bundesverband freier Tankstellen (BfT) initiierte Kartell könnte aufgrund von gesetzlichen Ausnahmeregelungen vom Bundeskartellamt erlaubt werden, denn, wie der Name schon sagt: es dient der Bewältigung einer strukturellen Krise.

          Über 4.000 Tankstellen müssten schließen

          Der Mineralölwirtschaftsverband schätzt nämlich, dass von derzeit 16.400 Tankstellen langfristig nur 12.000 überleben können. Um die Schließungen sozialverträglicher zu gestalten, soll ein Hilfsfond gegründet werden. Dieser soll sich, unter anderem, durch eine abgesprochene Benzinpreiserhöhung füllen - das Krisenkartell eben.

          Trotz des raueren Windes in der Branche sieht Axel von Bülow, Hauptgeschäftsführer von BfT, der Zukunft nicht pessimistisch entgegen. Immerhin würden die Schließungen das Tankstellennetz insgesamt rentabler machen, räumt er ein. Und Angst vor weiteren Konzentrationstendenzen hat er scheinbar auch nicht: „Unser Credo ist: Je größer die anderen, desto mehr Nischen finden wir.“

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