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Steuern, Mietendeckel und Co. : Lasst die Preise in Ruhe!

Ein Kilogramm Äpfel für 1,11 Euro – darf es das geben? Bild: dpa

Lebensmittel und Flüge sind angeblich zu billig, Mieten zu teuer. Für alles soll der Staat eine Lösung finden. Warum soll das eine gute Idee sein?

          9 Min.

          Mit den Preisen auf dem freien Markt ist man selten zufrieden – so viel ist wahr. Freie Preisbildung hat in Deutschland in den vergangenen Jahren an Beliebtheit verloren – so viel ist ebenfalls wahr. Der Staat soll am besten direkt in die Preise eingreifen – solche Sätze sind neu in Deutschland, aber derartige Positionen gewinnen an Beliebtheit. Den Berliner Mietendeckel finden zum Beispiel sieben von zehn Deutschen gut, wie das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap für die ARD errechnet hat.

          Patrick Bernau
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Bis hierhin ist die öffentliche Meinung noch schnell erklärt: Deutschland ist das Land der Mieter, die sich kurzfristig um ihren eigenen Geldbeutel sorgen. Doch während die Miete nicht zu teuer sein darf, sollen die Lebensmittel bitteschön nicht zu billig sein. Dabei sind sie in Deutschland zwei Prozent teurer als im EU-Durchschnitt. Ebenso gilt: Die Deutschen geben zwar nur elf Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus, aber immer noch mehr als die Leute in anderen reichen Staaten wie der Schweiz und Großbritannien. Trotzdem lautet die Forderung der vergangenen Woche: Lebensmittelpreise hoch! Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte das vor vier Wochen in der F.A.S. noch recht sanft formuliert, als sie sagte: „Tierwohl kostet Geld, das kann nicht die Bauernfamilie allein stemmen.“ Die Grünen werden inzwischen härter: Ihr Vorsitzender Robert Habeck will Mindestpreise für Lebensmittel.

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