https://www.faz.net/-gqe-962ey

Bauindustrie : Milliardenpleite in Großbritannien

Kran des britischen Baukonzerns Carillion auf einer Baustelle mitten in London Bild: AFP

Carillion beschäftigt mehr als 40.000 Mitarbeiter und baut für den britischen Staat Krankenhäuser, Bahnlinien und Straßen. Jetzt ist der Bauriese am Ende.

          Großbritanniens zweitgrößter Baukonzern wird abgewickelt. Einen entsprechenden Antrag reichte das Unternehmen Carillion an diesem Montag ein, nachdem Rettungsversuche am Wochenende gescheitert sind. Das Unternehmen mit rund 43.000 Mitarbeitern ist für viele staatliche Infrastrukturprojekte in Großbritannien zuständig und war noch im vergangenen Jahr von der Regierung am Bau einer neuen Schnellbahnstrecke beteiligt worden. Carillion ist auch ein wichtiger Dienstleister für die Regierung und liefert unter anderem im großen Stil Mahlzeiten für Schulen und Krankenhäuser. 

          Marcus Theurer

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Doch teure Verzögerungen bei großen Bauvorhaben und hohe Abschreibungen haben Carillion seit dem vergangenen Sommer zu drei Gewinnwarnungen gezwungen. Der Aktienkurs war seit Juli um mehr als 90 Prozent gefallen. Stand Juni hatte der Baukonzern Schulden von insgesamt rund 1,5 Milliarden Pfund (rund 1,7 Milliarden Euro) und ein Defizit in seiner Pensionskasse von fast 600 Millionen Pfund.

          Medienberichten zufolge versuchte Carillion am Wochenende von der Regierung – offenbar vergebens – eine Finanzspritze zu bekommen. Angeblich wurden bis Monatsende 300 Millionen Pfund benötigt, um den Kollaps vorerst zu verhindern. Am Montag wurde auch Kritik daran laut, dass die Regierung weiter so eng mit Carillion zusammengearbeitet habe, obwohl die Finanznöte schon länger bekannt waren.

          Weitere Themen

          Neuer Interessent für Osram

          Bieterwettstreit? : Neuer Interessent für Osram

          Überraschend ist die österreichische AMS als Bieter für den Münchner Lichttechnik-Konzern auf den Plan getreten. Er will den Finanzinvestoren Bain und Carlyle Paroli bieten. Der Osram-Vorstand hat größte Bedenken.

          Topmeldungen

          Donald Trump am 12. Juli in Milwaukee

          Provokation auf Twitter : Trumps Spiel mit dem Feuer

          Auf Twitter beleidigt Amerikas Präsident vier Parlamentarierinnen rassistisch. Mit der Provokation will er Konflikte unter den Demokraten schüren – und scheitert.
          Roger Federer nach seiner Niederlage am Sonntag in Wimbledon

          Tennis-Ikone : Wie Roger Federer zum erfolgreichen Unternehmer wurde

          Roger Federer zählt zu den Spitzenverdienern in der Welt. Daran ändert auch die Niederlage in Wimbledon nichts: Denn so erfolgreich wie auf dem Platz ist der Schweizer auch in geschäftlichen Dingen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.