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Milliarden-Rückzahlung : Griechenland bemühte sich um Aufschub von IWF-Zahlungen

  • Aktualisiert am

Der Parthenon-Tempel auf der Akropolis. Bild: dapd

Zahlt Griechenland, oder zahlt Griechenland nicht? Zumindest bemühte sich das Land um einen Aufschub beim Internationalen Währungsfonds. Doch der IWF brachte das Land von der Idee wieder ab.

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          Die griechische Regierung hat nach einem Zeitungsbericht beim Internationalen Währungsfonds (IWF) die Möglichkeit eines Aufschubs der eigenen Zahlungsverpflichtungen ausgelotet. Der IWF habe die griechische Regierung aber davon abgebracht, ein formelles Gesuch zu stellen, berichtete die „Financial Times“ am Donnerstag und berief sich dabei auf nicht genannte Personen mit Kenntnis von den Gesprächen.

          Griechenland muss dem IWF allein im Mai fast eine Milliarde Euro zurückzahlen. Bei den Verhandlungen zwischen der Regierung und ihren Geldgebern über die Auszahlung weiterer Hilfen sind bisher keine Fortschritte zu verzeichnen. Ein Zahlungsausfall gegenüber dem IWF gilt auf den Finanzmärkten als ein dramatisches Ereignis, für das es kaum Präzedenzfälle gibt. Dass die griechische Regierung laut dem Medienbericht einen Aufschub der Zahlungen in Erwägung zieht, deutet auf eine dramatische Finanzlage in Athen hin.

          Außerdem rechnet Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nicht mit einer schnellen Lösung im Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen  Gläubigern. Eine Einigung ist aber die Voraussetzung für neue Hilfskredite. Parallel dazu setzte die Rating-Agentur Standard & Poor’s (S&P) die Bonitätsnote Griechenlands am Mittwoch auf „CCC+“ von „B-“ herunter. Die Wirtschaftslage verschlechtere sich wegen der schleppenden Verhandlungen mit den Geldgebern, begründeten die  Experten ihre Entscheidung. Dadurch steige das Risiko eines Zahlungsausfalls.

          Diese wieder aufgeflammte Spekulationen um ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone haben den Börsen des Landes am Donnerstag zugesetzt. Der Athener Aktienindex rutschte um 1,6 Prozent, der griechische Bankenindex zeitweise sogar um 5,7 Prozent. Griechische Anleihen warfen Investoren ebenfalls aus ihren Depots. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen  Titel auf 12,258 Prozent von 11,961 Prozent am Vortag. Die zweijährigen rentierten sogar bei 25,001 (Vortag: 23,824) Prozent. Indes sind die Handelsumsätze schon seit langem gering, weil nur noch wenige, spekulativ orientierte Anleger überhaupt griechische Staatsanleihen halten.

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