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: Milliarden gegen das Verkehrschaos

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ctg. DENVER, 11. Februar. In der Hauptstadt des amerikanischen Bundesstaates Colorado und ihrem Umland leben 2,6 Millionen Menschen. In 15 Jahren sollen es 3,3 Millionen sein. Seit den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ...

          ctg. DENVER, 11. Februar. In der Hauptstadt des amerikanischen Bundesstaates Colorado und ihrem Umland leben 2,6 Millionen Menschen. In 15 Jahren sollen es 3,3 Millionen sein. Seit den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist die Bevölkerung in und um Denver schneller gewachsen als in den Vereinigten Staaten insgesamt. "Wir sind ein Bundesstaat der Immigranten. Fast zwei Drittel aller Einwohner sind nicht hier geboren, sondern hergezogen", sagt Tom Clark von der regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft, der Metro Denver Economic Development Corporation. Zwar ziehe auch die Region Denver Einwanderer aus Lateinamerika an, die weit überwiegende Zahl der neuen Einwohner stamme aber aus anderen Bundesstaaten, insbesondere Kalifornien, Texas, Arizona, Florida und Illinois.

          Die erfreuliche Bevölkerungsentwicklung hat eine Schattenseite: Denver droht ein Verkehrschaos. Die Stadt begegnet dieser Gefahr mit einem Verkehrsinfrastruktrurprojekt, das für die Vereinigten Staaten eher ungewöhnlich ist. In einem Land, wo die Menschen für die kleinsten Wegstrecken ins Auto steigen, baut Denver den öffentlichen Personennahverkehr aus.

          Wirtschaftsförderer Clark ist überzeugt von dem neuen Vorhaben. Und für den Standort wirbt er trotz des schon jetzt beachtlichen Zustroms unbeirrt weiter: "Die Lebensqualität hier in Denver, am Fuße der Rocky Mountains, ist einmalig. Für Unternehmen ist es leicht, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden oder zum Umzug zu bewegen." Clark vergißt auch nicht den Hinweis, daß Denver den Titel "dünnste Stadt der Vereinigten Staaten" trägt, im Vergleich zur texanischen Metropole Houston, wo der Statistik zufolge im Verhältnis die meisten übergewichtigen Amerikaner leben. Die gute körperliche Verfassung haben die Menschen nach Ansicht Clarks der atemberaubenden Landschaft zu verdanken, die für sportliche Aktivitäten wie Wandern oder Skifahren geradezu ideal sei.

          Der Arbeitsmarkt in der Region hat das Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre gut verkraftet und erholt sich nun auch zusehends von der Wirtschaftsflaute der Jahre 2001 bis 2003. Die Arbeitslosenquote in Denver beträgt 5 Prozent und liegt damit ein paar Kommastellen unterhalb des Landesdurchschnitts. Zu den größten Arbeitgebern der Region zählen das Telekommunikationsunternehmen Qwest mit mehr als 13 000 Beschäftigten und der Rüstungskonzern Lockheed Martin, der mehr als 7000 Menschen Arbeit gibt. Die Wirtschaftsförderung sei sich freilich darüber im klaren, daß es weiterer Anstrengungen bedürfe, um neue Unternehmen für Denver als Standort zu interessieren, sagt Clark. Die Luftfahrtindustrie, Energieunternehmen sowie Unternehmen des Gesundheitswesens und Softwarehersteller seien "Zielindustrien" der Handelskammer.

          Auch deshalb geht Denver im Nahverkehr neue Wege. Denn das wirtschaftliche Wachstum der Region hat zu einer beachtlichen Ausdehnung in der Fläche geführt. Zahlreiche neue Vororte sind entstanden. Für die Menschen, die in den Außenbezirken und angrenzenden Landkreisen wohnen, haben sich die Wege zur Arbeit verlängert. Die Weichen zur Vermeidung der Schwierigkeiten sind gestellt: "T-Rex" und "Fas-Tracks". T-Rex steht für Transportation Expansion Project, das das Verkehrsministerium des Staates Colorado zusammen mit der regionalen Verkehrsbehörde (RTD) betreibt. Mit einem fixen Budget von 1,67 Milliarden Dollar werden die Interstate-Autobahnen 25 und 225, wichtige Nord-Süd-Verbindungen mit einem Verkehrsaufkommen von 230 000 Fahrzeugen an jedem Werktag, um einige Spuren erweitert und ein neues Autobahnkreuz errichtet.

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