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Milliarden-Garantien : Bank of America trennt sich von Staatshilfen

  • Aktualisiert am

Auf dem Weg zu mehr Eigenständigkeit Bild: AP

Die Bank of America hat staatliche Milliardengarantien aufgegeben. Das Finanzinstitut kündigte die Vereinbarung mit der Regierung und zahlte dafür 425 Millionen Dollar. Damit macht die Bank einen Schritt, den staatlichen Schutzschirm zu verlassen.

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          Die Bank of America trennt sich von staatlichen Garantien in Milliardenhöhe. Die Kündigung des Vertrages kostet das Institut 425 Millionen Dollar, wie die Bank of America erklärte. Das Geldhaus hatte sich im Januar kurz nach der umstrittenen Übernahme von Merrill Lynch mit der Regierung darauf geeinigt, sich mit dem Staat die Verluste zu teilen, die aus einem 118-Milliarden-Dollar-Portfolio kritischer Vermögenswerte und Derivate entstehen.

          Washington hatte damals Druck auf die Bank ausgeübt, Merrill Lynch zu übernehmen; im Gegenzug übernahm der Staat eine Garantie auf 90 Prozent der Verluste aus dem Paket riskanter Papiere. Zusätzlich erhielt die Bank 45 Milliarden Dollar aus dem amerikanischhen Bankenrettungsplan TARP.

          Die Bank hat die staatliche Bürgschaft für die Risikopapiere zwar nicht beansprucht, hätte dafür jedoch jedoch Gebühren und Dividenden in Höhe von mehr als 500 Millionen Euro an die Regierung abführen müssen. „Wir sind froh, diese Angelegenheit erledigt zu haben und voranzuschreiten“, erklärte Bankchef Kenneth Lewis.

          Analysten zeigten sich überrascht über die hohe Kündigungszahlung. Offenbar gehe es der Bank vor allem darum, die staatlichen Hilfen aus dem TARP-Programm so schnell wie möglich zurückzahlen zu können, um sich der staatlichen Kontrolle zu entziehen. Die Kündigung der Garantien ist hierfür eine Vorbedingung. Ein Sprecher des amerikanischen Finanzministeriums erklärte, es sei ein ermutigendes Zeichen für die erhöhte Stabilität des Finanzsystems, dass die Bank of America ohne die außerplanmäßige Hilfe der Regierung weiterarbeiten könne.

          Derweil erklärte die Börsenaufsicht (SEC), dass sie den Streit wegen Bonuszahlungen an Merrill-Lynch-Mitarbeiter vor Gericht klären lassen werde. Man werde den Fall energisch weiterverfolgen, hieß es. Der Bank of America wird vorgeworfen, bei der Übernahme von Merrill Lynch die Auszahlung von Boni in Höhe von insgesamt 5,8 Milliarden Dollar an die Mitarbeiter von Merrill Lynch genehmigt und gegenüber den Aktionären dazu falsche Angaben gemacht zu haben. Vor einer Woche hatte ein Gericht eine Einigung der Bank of America mit der Börsenaufsicht auf eine Strafzahlung von 33 Millionen Dollar (27,07 Millionen Euro) für ungültig erklärt.

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