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Andrew Forrest und Larry Fink : Milliardäre wollen Wiederaufbau der Ukraine finanzieren

Andrew Forrest auf einer Konferenz Bild: Reuters

Der Gründer der Fortescue Metals Group in Perth sucht zusammen mit Blackrock-Chef Larry Fink Geldgeber. Forrest will zum Start 25 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen.

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          Der reichste Australier tut sich mit anderen Milliardären rund um die Welt zusammen, um eines Tages den Wiederaufbau der Ukraine zu finanzieren. Andrew Forrest versprach dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine halbe Milliarde Dollar, wenn der Krieg geendet habe. Das Geld stammt aus der Anlagegesellschaft der Forrest-Familie.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Ihr „Family Office“ Tattarang in Perth will damit die Anschubfinanzierung für einen Fonds in Höhe von zunächst 25 Milliarden Dollar leisten. Mit an Bord ist auch Larry Fink, der Vorstandsvorsitzende des amerikanischen Finanzkonzerns Blackrock.

          Erst nach Rückzug der Russen

          Der gemeinsam aufgelegte Fonds Ukraine Green Growth Initiative beginnt die Finanzierung von Projekten erst dann, wenn Russland seinen Rückzug vollendet hat und mit einem sicheren Wiederaufbau begonnen werden kann.

          „Der Preis des Wiederaufbaus steigt mit jedem Bombenangriff“, sagte Selenskyj bei der Verkündung des Aufbauprogramms. Mit dem Geld werde nicht etwa „die Schrott-Infrastruktur aus der kommunistischen Ära ersetzt“, sagte der Präsident, sondern es werde der Regierung ermöglichen, auf „die modernste Technologie“ umzuschalten.

          Forrest, der Gründer der Fortescue Metals Group in Perth, geht davon aus, dass der Wiederaufbaufonds auf Dauer ein Volumen von 100 Milliarden Dollar erreichen werde. Die ukrainische Regierung schätzt die Aufbaukosten schon jetzt auf mehr als 750 Milliarden Dollar.

          Der Australier geht von einer starken Wiederaufbauphase in der Ukraine aus: „Sogar jemand mit dem geringsten Geschichtshorizont wird doch die ökonomischen Wirtschaftswunder Südkoreas, Japans und Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg erkennen“, sagte der Westaustralier der Zeitung „The Australian Review“. „Die Ukrainer sind stark, patriotisch, voller Energie, hoch ausgebildet und vereint in ihrem Willen, ihr Land wieder aufzubauen.“

          Die Gefahr, dass die Oligarchen in der Ukraine nach einem Kriegsende wieder die Oberhand gewinnen könnten, sieht Forrest nicht: „Der Krieg wirkt wie ein Großreinemachen. Sie arbeiten an einer bargeldlosen Volkswirtschaft, einer Volkswirtschaft ohne Korruption. Die alten Strukturen, wie das aus Russland importierte Oligarchen-System, werden zerbombt wie die russische Infrastruktur vom russischen Militär.“

          Blackrock federführend im Projekt

          Der Treiber des Fonds, den Forrest nun global bewirbt, ist Blackrock. Die Amerikaner hätten das Land und seine Regierungsführung eingehend geprüft. Es sei in der Lage, auch große Summen ordentlich zu verarbeiten.

          Forrest ist reich geworden durch seine gewagten Investitionen insbesondere in Eisenerz. Seine Familienstiftung Minderoo gibt unter anderem den jährlichen Slavery Index heraus, der Sklavenarbeit rund um die Erde anprangert.

          Sie engagiert sich in der Ukraine aber auch im Transport von Weizen, den eine hungernde Welt dringend braucht. Neben dem Rohstoffgeschäft baut der Australier inzwischen ein weltumspannendes Imperium der grünen Technologie auf.

          Er versucht sich insbesondere in Entwicklungsländern am Bau und Betrieb von Wasser- und Sonnenkraft. Die Neugründung von „Twiggy“ Forrest, Fortescue Future Industries, streckt ihre Fühler in alle Richtungen aus, um die Weltmärkte beim erwarteten Durchbruch von Wasserstoff bedienen zu können.

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