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Flyboard auf Militärparade : Das steckt hinter dem fliegenden Mann von Paris

Franky Zapata auf seinem Flyboard vor dem Pariser Eiffelturm Bild: Reuters

Bei der Militärparade in Paris fliegt unerwartet ein Mann auf einem „Flyboard“ durch die Luft. Doch die Technik ist gar nicht so neu, wie das französische Militär weismachen will.

          Manche Ideen sind so abgehoben, dass man damit die Leute erschrecken kann. Während die Europäer und speziell die Deutschen gerade darüber diskutieren, wie man jene Hoverboard genannten elektrifizierten rollenden Bretter für den Verkehr tauglich machen könnte, kommt auf der Militärparade in Paris unerwartet ein Mann auf einem ähnlichen Gerät die Champs-Elysées entlang geflogen.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Das Ding nennt sich Flyboard Air. Der Zusatz dient zur Unterscheidung zum einfachen Flyboard, denn damit sind Bretter gemeint, die zwar auch das Schweben ermöglichen – aber nur über Wasser. Der Anwender reitet dabei auf dem Rückstoß eines scharfen Wasserstrahls.

          Jener Mann nun in Paris wird auch von einem Rückstoß getragen, der aber kommt von fünf kleinen Düsen, die ganz konventionell mit Kerosin befeuert werden. Sein Flyboard soll bis zu 140 Kilometer in der Stunde schnell sein und ihn auf eine Höhe von 150 Meter über dem Boden befördern, es kann angeblich bis zu 150 Kilogramm tragen. Nach etwa zehn Minuten wird es allerdings Zeit, auf den Boden zurückzukehren, weil dann der Treibstoffvorrat zu Ende geht. Kein Wunder, dass Militär und Rettungskräfte an solch einem Gerät interessiert sind. Langfristig könnte es vielleicht sogar für die Mobilität in der Stadt taugen, falls die fliegenden Taxis nicht Wirklichkeit werden.

          Nur wären dann noch ein paar Kleinigkeiten zu klären. Denn die Technik ist gar nicht so neu, schon vor drei Jahren hat der fliegende Franky Zapata damit einen Rekord aufgestellt: Zwei Kilometer nonstop über dem Atlantik mit dem selbstentwickelten Flugbrett. Dass er den Weg über Wasser wählte, liegt nicht nur daran, dass es sein Element ist – Zapata ist Jetski-Rennfahrer und der Erfinder des Wasserstrahl-Flyboards.

          Es lässt sich aus geringen Höhen auch sachter abstürzen. Denn seit den ersten Bemühungen zu strahlbetriebenen Einmann-Fluggeräten – sie reichen bis in die sechziger Jahre zurück – kämpfen die Entwickler mit dem Problem, wie sie sich im Flug stabilisieren lassen.

          Hier hat Zapata offensichtlich mit Hilfe moderner Elektronik und Sensoren einen Durchbruch erzielt. Weil er das Brett selbst fliegt, könnte das indessen darauf hinweisen, dass es nicht ganz einfach ist, darauf zu stehen. Und noch ein kleiner Wermutstropfen für die Militärs zum Schluss: Was der Rückstoß großkalibriger Waffen mit dem Piloten macht, ist auch noch nicht heraus.

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