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Militär-Airbus : A400M stürzte wohl wegen Software-Problemen ab

Die Absturzstelle in Sevilla Bild: AFP

Der Absturz des Militärtransporters Airbus A400M in Spanien ist möglicherweise durch Software-Probleme verursacht worden. Airbus hat einen Softwarefehler entdeckt, der die Abschaltung von mehreren Triebwerken auslösen könnte.

          Nach dem Absturz eines Militärtransporters A400M in Spanien hat Airbus vor möglichen Problemen bei der elektronischen Triebwerkssteuerung des Flugzeugs gewarnt. Alle Nutzer eines A400M sollten an jedem Flugzeugtriebwerk die sogenannte elektronische Triebwerkskontrolleinheit (Electronic Control Unit) untersuchen, erklärte die Airbus-Rüstungssparte am Dienstag. In der „dringlichen technischen Empfehlung des Herstellers“ wird demnach ein „einmaliger Kontroll-Check“ der Einheit „vor dem nächsten Flug“ empfohlen.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Suche nach Ursachen für den jüngsten Absturz des Militärtransporters A400M läuft weiter auf Hochtouren. Dabei konzentrieren sich die Untersuchungen auf die neuentwickelten Turboprop-Triebwerke sowie die Treibstoffversorgung der vier Aggregate, die von der Bordelektronik gesteuert wird. Demnach soll es sich weniger um einen mechanischen Schaden, sondern um ein Steuerungsproblem mit der Software handeln, bestätigte eine mit der Untersuchung des Absturzes vertraute Person gegenüber der F.A.Z. Ein endgültiger Untersuchungsbericht liegt noch nicht vor.

          Nach Angaben eines Überlebenden des Flugunglücks im spanischen Sevilla, durch das vier Menschen ums Leben kamen, sollen kurz nach dem Start mindestens drei der vier Triebwerke ausgefallen sein. Der Hersteller Airbus bestätigte zwar diese Angaben, will sich zu Details jedoch erst nach Auswertung des Flugschreibers äußern.

          Ein Airbus A400M

          Der A400M ist bislang unter anderem an Großbritannien, Frankreich und Deutschland ausgeliefert worden. Seit dem Absturz in Spanien vor knapp zwei Wochen haben die meisten Länder den Flugbetrieb mit ihren A400M ausgesetzt. Die abgestürzte Maschine sollte an die Türkei ausgeliefert werden.

          Der A400M war vor 12 Jahren von sieben Nato-Staaten als Ersatz für die veralteten Militärtransporter vom Typ Transall in Auftrag gegeben worden. Seitdem sorgte das ursprünglich auf 20 Milliarden Euro veranschlagte Projekt durch technische Mängel und Verzögerungen für Aufsehen. Dabei erwiesen sich die leistungsstarken TP-400-Motoren schon seit geraumer Zeit als höchst störanfällig. Um eine Abhängigkeit von amerikanischen Triebwerksherstellern zu verhindern, gründeten die europäischen Ausrüster ein Konsortium mit den Partnern ITP, der deutschen MTU, Rolls-Royce und Snecma, um das mit 11.000 PS stärkste Turboprop-Triebwerk der westlichen Welt zu entwickeln, wie es damals hieß.

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