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Digitale Körper : Mikrochips im Menschen

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Die eingepflanzten Mikrochips sind oft nur wenige Millimeter groß. Bild: AFP

Immer mehr Menschen lassen sich Mikrochips einpflanzen. Als digitales Hilfsmittel erweisen sie sich ziemlich nützlich – doch Experten warnen auch vor Gefahren.

          Er ist groß wie ein Reiskorn, aber zugleich mächtig wie ein Computer. Einpflanzbare Mikrochips sind in Deutschland und Europa auf dem Vormarsch: Immer mehr Menschen lassen sich die kleinen Computerchips in ihre Körper injizieren.

          Der Chip dient dem Nutzer dabei als Eintrittskarte ins Büro oder als Ausweis. Möglich gemacht wird das beispielsweise durch die so genannte Nahfeldkommunikation. Dabei werden Daten über wenige Zentimeter kontaktlos übertragen, beispielsweise zu einem Lesegerät. Dieses erkennt den Chip automatisch.

          In Schweden haben sich bereits mehr als 3000 Menschen einen Mikrochip einpflanzen lassen.  Auf der ganzen Welt tragen rund 50.000 Menschen die winzigen Chips, schätzt das Mikrochip-Unternehmen Digiwell. Das ist mit Blick auf die Menschheit insgesamt zwar noch eine winzige Gruppe – aber sie wächst.

          Und die Möglichkeiten sind groß: In Schweden beispielsweise können Menschen den Mikrochip nutzen, um Lebensmittel am Automaten zu kaufen, ins Büro zu gelangen und neuerdings sogar als Ticket-Ersatz in den Bahnen. Auch in Deutschland tragen Schätzungen zufolge zwischen 2000 und 3500 Menschen einen Chip im Körper.

          Das amerikanische Technologieunternehmen „Three Square Market“ hat seine Mitarbeiter angeregt, Mikrochips zu nutzen. Waren es am Anfang 50 Mitarbeiter, die mit Mikrochip Snack-Maschine und Eingangstür bedienten, nutzen mittlerweile ungefähr 80 der 250 Mitarbeiter die winzigen Chips. „Man gewöhnt sich daran, es ist einfach“, sagte Firmenchef Patrick McMullan gerade der „MIT Technologyreview“. Für viele Mitarbeiter seien die Benutzung der technologischen Helfer zur Alltagsroutine geworden.

          Körpertemperatur auf dem Mikrochip

          Experten warnen allerdings vor einem erheblichen Datenrisiko: Hacker haben bereits geschafft, die Chips im Vorbeigehen zu knacken und an die darauf befindlichen Daten zu gelangen. Denn wenige verschlüsseln die Informationen, die sich auf ihren Chips befinden. Wer sein Handy über den implantierten Mikrochip hält, kann dann zum Beispiel die Daten des jeweiligen Nutzer angezeigt bekommen. Noch ist die Menge der Daten, die ein Mikrochip speichern kann, vergleichsweise gering. Doch in naher Zukunft könnte die Anzahl der gespeicherten Daten steigen – deswegen raten Experten auch davon ab, intime Daten auf den Mikrochips zu speichern.

          Diese Probleme sollen in Zukunft neue Generationen von Mikrochips beheben. Gleichzeitig sollen auch die Anwendungsmöglichkeiten steigen: Bezahlung in Supermärkten, Körpertemperatur, Speicherung des Sexuallebens – all dies soll in Zukunft möglich sein, glauben Technik-Visionäre. Vorausgesetzt, der Nutzer wünscht es.

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