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Migrations-Studie : Einwanderung nach Deutschland zahlt sich aus

Junge Ausländer beim Start ihrer Ausbildung zum Mechatroniker Bild: dpa

Für Migranten lohnt sich die Einwanderung nach Deutschland finanziell: Sie verdienen hier im Schnitt doppelt so viel wie in ihrem Heimatland.

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          Einwanderung nach Deutschland zahlt sich für die Migranten wirtschaftlich aus: Ihr durchschnittliches Nettoeinkommen ist hier mehr als doppelt so hoch wie im Heimatland. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Die dafür verwendeten Daten entstammen dem sogenannten Sozio-Ökonomischen Panel (SOEP), einer repräsentativen groß angelegten und regelmäßig wiederholten Befragung unter Tausenden Haushalten in der Bundesrepublik.

          Kerstin Schwenn
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Vor der Zuwanderung beträgt danach der durchschnittliche Nettomonatsverdienst der Migranten 506 Euro, in Deutschland liegt er bei 1273 Euro. Allerdings sei zu bedenken, dass die realen Unterschiede wegen der Kaufkraftdifferenzen zwischen Deutschland und den Herkunftsländern geringer seien als die nominalen, betonen IAB und DIW.

          Mit zunehmender Integration wachse der wirtschaftliche Erfolg: Einwanderer mit sehr guten Sprachkenntnissen verdienten gut 20 Prozent mehr Lohn als diejenigen, die Deutsch nicht gut beherrschten. Zugleich sinke mit steigenden Sprachkenntnissen das Risiko, nicht entsprechend der beruflichen Qualifikation beschäftigt zu werden.

          Seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise ist der Anteil von Zuwanderern, die vor ihrem Zuzug nach Deutschland schon in anderen Ländern fern ihrer Heimat gelebt haben, sprunghaft gestiegen. Ihr Anteil an den Zuwanderern lag in der Zeit von 2000 bis 2007 noch rund 20 Prozent, von 2008 bis 2013 verdoppelte er sich auf etwa 40 Prozent.

          In der Studie wird weiter berichtet, rund ein Drittel der Migranten habe die Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse beantragt. Bei der Hälfte der Antragsteller seien die Abschlüsse als vollständig gleichwertig, bei weiteren 20 Prozent als teilweise gleichwertig anerkannt worden. Mehr als die Hälfte der Einwanderer findet nach dem Ergebnis der Studie den ersten Arbeitsplatz über Familie, Freunde und Bekannte. Rund ein Fünftel gelingt dies durch eine öffentliche oder private Arbeitsvermittlung.

          Insgesamt seien in Deutschland lebende Migranten und ihre Nachkommen nicht unzufriedener als Personen ohne Migrationshintergrund, heißt es in der Studie weiter. Gut die Hälfte der befragten Migranten habe allerdings angegeben, dass sie in Deutschland wegen ihrer Herkunft schon Diskriminierungen erfahren hätten. Die Studie beruht auf der neuen IAB-Migrationsstichprobe mit rund 5000 Befragten.

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