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Migration : Warum viele Rumänen in der Fremde arbeiten (müssen)

  • -Aktualisiert am

Erntehelfer in der Spargelsaison Bild: dpa

Viele der Arbeiter, die unter offenbar erbärmlichen Bedingungen auf deutschen Schlachthöfen rackern, stammen aus Rumänien. Hier kommen sieben Punkte, die erklären, warum das Land viele Menschen weg von zuhause zwingt.

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          1. Zeitweilige Migration ist weit verbreitet. Mehr als zwei Millionen Rumänen arbeiten bereits im Ausland, also etwa jeder Zehnte. In den Zielländern - traditionell vor allem Italien und Spanien - gibt es entsprechend viele Rumänen, die einem Neuankömmling behilflich sind.

          2. Unter dem kommunistischen Diktator Ceausescu waren Geburtenkontrolle und Abtreibung streng verboten. Entsprechend stark sind die Geburtenjahrgänge von 1967 bis 1989, die jetzt im besten arbeitsfähigen Alter sind.

          3. Die Migration innerhalb Rumäniens vom Land in die Stadt kam Mitte der neunziger Jahre ins Stocken, danach setzte eine Gegenbewegung ein. Aber die Landwirtschaft war nicht in der Lage, die Rückkehrer zu beschäftigen. In den Dörfern ist der Anteil derer, die ins Ausland gehen, besonders hoch.

          4. Im Zuge der Krise haben sich insbesondere die Lebensbedingungen der gering qualifizierten Arbeitskräfte dramatisch verschlechtert. Viele Familien könnten nicht überleben, wenn nicht wenigstens ein Familienmitglied im Ausland arbeiten würde.

          5. Rund 15 Prozent der rumänischen Migranten haben lediglich die Grundschule besucht, 45 Prozent Berufsschulen. Die rumänischen Arbeiter stellen für die ausländischen Betriebe ein Reservoir sehr flexibler, williger, billiger und gewerkschaftlich nicht organisierter Arbeitskräfte dar.

          6. Rumänen, die infolge der Krise ihre Jobs in Italien und Spanien verloren haben, versuchen ihr Glück in anderen Ländern der EU.  Darunter auch in Deutschland.

          7. Nach zwölf Monaten Beschäftigung gewährt Deutschland Arbeitslosengeld. Die Anziehungskraft des deutschen Sozialsystems, insbesondere auf die gering qualifizierten Arbeitskräfte, ist hoch verglichen mit vielen anderen Ländern.

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