https://www.faz.net/-gqe-9i4i4

Niedrigster Stand seit 1990 : Mieter und Vermieter streiten sich seltener – vor Gericht

  • Aktualisiert am

Schöner wohnen ist auch in Schwerin nicht so einfach, wenn es Streit mit dem Vermieter gibt. Bild: ZB

Wegen Mietstreitigkeiten ziehen die Deutschen seltener vor Gericht. Fast alle Konflikte werden außergerichtlich gelöst. Vor allem wegen höherer Mieten gibt es aber deutlich mehr Beschwerden.

          Nebenkosten, Schimmel, Mieterhöhung: Gründe für Streit zwischen Mietern und Vermietern gibt es viele. Dennoch treffen sich beide Seiten immer seltener vor Gericht. In 226.933 Verfahren standen sie im vergangenen Jahr noch vor dem Richter, rund 20.000 Mal seltener als 2016. „Damit sank die Zahl der Mietrechtsprozesse auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung“, teilte der Deutsche Mieterbund der Deutschen Presse-Agentur mit.

          Die Zahl der Prozesse ist seit 1996 um gut ein Drittel gesunken, wie der Verband unter Berufung auf die jüngsten Daten des Statistischen Bundesamts vorrechnete. Der Mieterbund sieht einen Grund in der Rechtsberatung, die die Mietervereine anbieten. Wie im Vorjahr suchten dort 2017 rund 1,1 Millionen Menschen Rat. Wieder konnten 97 Prozent der Fälle außergerichtlich gelöst werden.

          Mehr Eigentümer

          Seit den 1990er Jahren ist aber auch die Eigentümerquote gestiegen. Das heißt, mehr Menschen leben in den eigenen vier Wänden – Mietstreitigkeiten ausgeschlossen. 2014 wohnten nach amtlichen Zahlen 45,5 Prozent der Deutschen im Eigentum, 1998 waren es noch 40,9 Prozent gewesen. Mietervereine erklären auch, dass Mietrechtsreformen und zahlreiche Urteile des Bundesgerichtshofes viele Streitpunkte entschärft haben.

          In der Beratung geht es laut Mieterbund in gut jedem dritten Fall um die Betriebskostenabrechnung, etwa halb so oft um Wohnungsmängel. Schon an dritter Stelle steht die Mieterhöhung, die bundesweit mit 11,7 Prozent knapp jeden achten Klienten in die Rechtsberatung führte. Fünf Jahre zuvor hatte der Anteil noch bei 6,6 Prozent gelegen.

          „Hier spiegeln sich Entwicklungen auf den Wohnungsmärkten mit zuletzt stark steigenden Mieten wieder“, erklärte der Mieterbund. In den Großstädten sind nach der Statistik Mängel und Mieterhöhungen noch etwas häufiger ein Thema als im bundesweiten Durchschnitt.

          Weitere Themen

          Zu viele offene Details Video-Seite öffnen

          Apple als Unterhaltungskonzern : Zu viele offene Details

          Anleger reagierten mit Ablehnung: Der Tech-Riese stellte am Montag sein neues Nachrichtenangebot „News+”, eine Kreditkarte für seinen Bezahldienst sowie den Gamingdienst „Arcade” vor.

          Apple nimmt es mit Netflix auf Video-Seite öffnen

          Apple TV+ : Apple nimmt es mit Netflix auf

          Der Konzern will sich angesichts zurückgehender iPhone-Verkäufe breiter aufstellen und setellt seinen eigenen Streamingdienst namens Apple TV+ vor. Angekündigt wurde in diesem Zuge auch ein bezahlpflichtiges Nachrichtenangebot namens Apple News+.

          Topmeldungen

          Smartphone P30 Pro : Huawei hat einen Knick in der Optik

          Huawei prescht mal wieder vor. Das neue Smartphone P30 Pro hat unter anderem einen fünffachen optischen Zoom. Beim Preis lässt Huawei die Konkurrenz davon ziehen.

          Applecard : Das kann die Kreditkarte von Apple

          Einfacher als Bargeld – so bewirbt Apple seine neue Kreditkarte. Sie soll günstiger, komfortabler und sicherer sein als andere. Kann der Konzern dieses Versprechen halten?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.