https://www.faz.net/-gqe-955us

Mieterbund warnt : Fünf Prozent höhere Mieten in 2018

  • Aktualisiert am

Um fünf Prozent sollen Mieten durchschnittlich 2018 steigen. Bild: dpa

Vor allem in den Großstädten dürfte kommendes Jahr das Wohnen deutlich teurer werden. Auch für die Nebenkostenabrechnung droht laut Mieterbund Ungemach.

          1 Min.

          Der Deutsche Mieterbund sieht auch im neuen Jahr kein Ende des Mietanstiegs in Deutschland. „Wir erwarten weitere Zuwächse von im Schnitt rund fünf Prozent“, sagte Lukas Siebenkotten, Bundesdirektor beim Mieterbund, der Deutschen Presse-Agentur. In Großstädten könnten die Steigerungen noch höher sein. Im neuen Mietspiegel 2018 dürften die Mieten dann im Schnitt rund zehn Prozent höher sein als im vorherigen Preisüberblick von 2016.

          Auch bei der Nebenkostenabrechnung, die viele Verbraucher im Laufe des neuen Jahres für 2017 erhalten, erwartet der Mieterbund höhere Kosten - gerade wegen teurerer Energie. „Für Öl und Gas dürften Mieter rund zehn Prozent mehr zahlen müssen und für Fernwärme rund zwei Prozent“, sagte Siebenkotten. Die übrigen Nebenkosten, etwa für Wasser, Abwasser, Schornsteinfeger oder Straßenreinigung dürften nur leicht um ein Prozent steigen. Um soziale Spannungen wegen des Mietanstiegs zu vermeiden, forderte der Mieterbund mehr Einsatz von der Politik, etwa für Sozialwohnungen.

          Wirtschaftsweise gegen Mietpreisbremse

          Eine Abschaffung der Mietpreisbremse forderte der Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, am Samstag gegenüber der „Rheinischen Post“. Diese sei „ein gut gemeintes, aber unsinniges Hemmnis“, sagte er. Hohe Mieten seien das Resultat eines vergleichsweise geringen Angebots an Wohnraum. „Politische Festlegungen der Miete können da keine Abhilfe schaffen.“

          Die 2015 auf SPD-Initiative beschlossene Mietpreisbremse soll Mieter vor überhöhten Mieten schützen und den Anstieg der Mieten vor allem in Großstädten dämpfen. Faktisch schafft sie dies aber nicht. Die SPD macht sich deshalb für schärfere Regeln stark. In ihren Kernpunkten für Gespräche mit der Union über eine mögliche neue Regierung heißt es: „Nach der weitgehend wirkungslosen Mietpreisbremse sollen mit einem neuen Gesetz die Rechte der Mieter gestärkt werden.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.