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Michael Sieber : Der Markensammler

MIchael Sieber beim 40. Geburtstag des Bobby-Cars Bild: dapd

Er kauft Spielzeugfirmen und wurde so zum Retter deutscher Tradition. Michael Sieber vereint unter dem Namen Simba-Dickie eine ganze Sammlung deutscher Traditionsunternehmen.

          Bis Weihnachten wird Michael Sieber seiner Markensammlung keinen neuen Namen mehr hinzufügen können. Aber der 56 Jahre alte Unternehmer arbeitet daran, dereinst seinen drei Kindern eine stolze Sammlung übergeben zu können. Der aus dem Erzgebirge stammende Sieber hatte mit seinem Vater als Großhändler begonnen. Unter den Namen Simba und Dickie hat man jahrelang Spielzeug in Fernost herstellen lassen und in Europa verkauft. Das war zwar erfolgreich, brachte aber in der Branche wenig Ruhm. Aber gerade der junge Unternehmer mit dem damals noch nicht selbstverständlichen globalen Engagement wurde zum Retter der zwar traditions- aber wenig erfolgreichen Industrie. Die Holzspielwarenmarke Eichhorn war die erste, die Sieber vor dem Aus bewahrte. Das war 1998. Von da an kam der Fürther Unternehmer immer dann ins Gespräch, wenn eine Spielwarenmarke ins Straucheln kam oder wenn der Inhaberfamilie der geeignete Nachfolger fehlte. 1999 übernahm Sieber den Modellautohersteller Schuco, 2001 den Spielehersteller Noris, 2004 das Unternehmen Big mit seinem Rutscheauto Bobby Car, 2008 die Marke Schipper (Malen nach Zahlen) und den französischen Hersteller Smoby (Kinderfahrzeuge, Kunststoffartikel) sowie 2010 die Marken Heros (Holzspielzeug), Majorette und Solido (Modellautos).

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Längst haben sich Sieber und seine Geschäftsführer Uwe Weiler (Strategie, Vertrieb) und Manfred Duschl (Finanzen) den Ruf solider Aufkäufer erworben. Die erste Übernahme war noch schwer - die früheren Händler sahen sich plötzlich Herausforderungen eines Herstellers gegenüber. Aber seither haben sie ein glückliches Händchen bewiesen und der Sammelleidenschaft nie den kaufmännischen Verstand geopfert. Seine Emotionen baut Sieber beim Fußball ab - und bei einem guten Rotwein. Im Geschäft braucht man einen kühlen Kopf, auch bei geplanten Übernahme von Märklin. Erstens ist der Markt für Modelleisenbahnen klein und stark von der Demographie betroffen. Zweitens gäbe es keinerlei Synergien mit einer anderen Konzernmarke. Dass Sieber angesichts dieser Herausforderung auch am Plüschfigurenhersteller Steiff interessiert sei, dürfte eher ein Gerücht sein - bestätigt aber seinen Ruf als Retter deutscher Spielwarenmarken.

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