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Historische Übernahme : Mexiko nennt Auflagen für Bayers Monsanto-Übernahme

  • Aktualisiert am

Das Bayer-Logo. Bild: AP

In zwei Tagen geht die größte Übernahme eines deutschen Unternehmens im Ausland über die Bühne. Auch die mexikanischen Behörden erlauben den Deal – jedoch nur unter Auflagen.

          Alle zuständigen Kartellbehörden haben der Übernahme des amerikanischen Saatgutriesen Monsanto durch den deutschen Bayer-Konzern
          zugestimmt. Als letzte ausstehende Behörde genehmigten am Montag (Ortszeit) die mexikanischen Wettbewerbshüter (Cofece) wie erwartet den 63-Milliarden-Dollar-Deal.

          Voraussetzung war die Zusage des Leverkusener Konzerns, nach dem Kauf von Monsanto das eigene Geschäft unter anderem mit Gemüse- und Feldsaatgut und Teilen der Herbizide zu verkaufen. Bayer veräußert Geschäfte mit einem Umsatzvolumen von 2,2 Milliarden Euro an den Rivalen BASF –  deutlich mehr als ursprünglich geplant.

          So müsse sich Bayer nach dem Kauf aus dem Geschäft mit gentechnisch veränderten Baumwoll-Samen, mit allen Gemüse-Samen und mit Teilen der Herbizide zurückziehen, teilte die Wettbewerbsbehörde mit. Dadurch solle verhindert werden, dass der Konzern zum einzigen Anbieter genveränderter Samen für Baumwollpflanzen in Mexiko werde, hieß es in der Cofece-Mitteilung.

          Durch die Auflagen will Mexiko zudem vermeiden, dass Bayer einen zu großen Marktanteil im Bereich der Gemüse-Samen bekomme, so die Behörde. Bayer müsse die genannten Bereiche an BASF verkaufen, bevor die Übernahme abgeschlossen werde.

          Die Leverkusener hatten den Abschluss des Mega-Deals für diesen Donnerstag angekündigt. „Bayer wird am 7. Juni der alleinige Eigentümer der Monsanto Company“, teilte das Unternehmen am Montag mit. Der Unternehmensname Monsanto werde verschwinden. „Bayer wird der Unternehmensname bleiben.“

          Der Kaufpreis liege derzeit bei 63 Milliarden Dollar. Bis dahin war die Übernahme auf 62,5 Milliarden Dollar (rund 54 Mrd Euro) beziffert worden. Es ist die größte Übernahme eines deutschen Unternehmens im Ausland.

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