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Meritokratie : Soll sich Leistung wirklich lohnen?

Charlie Chaplin im Film „Modern Times“ Bild: Picture-Alliance

Wer hart arbeitet, muss viel verdienen: Das wünschen sich alle. Gerechter wird die Welt dadurch nicht.

          6 Min.

          Leistung muss sich lohnen: So schallt es derzeit aus vielen Lautsprechern. Die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sprach so auf den Regionalkonferenzen zu ihrer Partei. Eine „Agenda für die Fleißigen“ forderte ihr unterlegener Kontrahent Friedrich Merz. „Leistung muss sich für alle lohnen“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher. Ähnlich klingt es in den Foren der SPD-„Debattencamps“, und FDP-Politiker können den Satz sowieso im Schlaf aufsagen.

          Patrick Bernau
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dass mehr verdienen soll, wer mehr leistet: Diese Forderung gehört zur politischen Rhetorik Deutschlands wie die Kerzen auf den Adventskranz zur Vorweihnachtszeit. Wenn jemand in Deutschland Kritik übt, dann meist nicht am Leistungsprinzip selbst, sondern an seiner angeblich mangelhaften Durchsetzung: Leistung werde nicht angemessen honoriert, heißt es dann. Doch ob das überhaupt eine gute Idee wäre, das ist nicht so klar.

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