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Zukunft der Menschheit : Das große Rennen um die künstliche Intelligenz

Intelligentes Leben: Die klügsten Hirne arbeiten an künstlicher Intelligenz. Bild: © Steven T. Caputo, CereberallHack.com

Tesla-Chef Musk warnt, dass künstliche Intelligenz „vermutlich größte Gefahr für unsere Existenz“ ist. Nicht alle sind so pessimistisch. Und zum Glück hat auch Deutschland auf diesem Gebiet einiges zu bieten.

          Drei Nachrichten, eine aus Deutschland, zwei aus Amerika, alle drehen sich um dieselbe Herausforderung: Wie kann man die Entwicklungen auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz (KI) für die zukünftigen Produkte eines Unternehmens nutzen?

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Die neueste Meldung kommt vom Chiphersteller Intel aus Kalifornien. Der Konzern teilte am Mittwoch mit, er übernehme das kleine kalifornische Start-up Nervana. Dieses Unternehmen ist darauf spezialisiert, Computer ähnlich lernen zu lassen wie das menschliche Gehirn.

          Den Angaben zufolge sollen alle 48 Mitarbeiter von Nervana für Intel weiterarbeiten, in der Abteilung, die sich mit der Verarbeitung großer Datenmengen befasst: „Die Fähigkeit, Daten zu analysieren und Nutzen aus ihnen zu ziehen, ist für uns sehr faszinierend“, ließ sich die zuständige Intel-Managerin Diane Bryant zu der Übernahme zitieren. Künstliche Intelligenz spiele dabei eine zentrale Rolle.

          Es geht auch um die Zukunft von VW

          Diese Meldung ist nur ein paar Tage älter: Der Elektronikhersteller Apple hat das auf künstliche Intelligenz spezialisierte Start-up Turi aus Seattle übernommen. Apple wollte sich zu den damit verbundenen Plänen wie stets in solchen Fällen nicht äußern.

          Umso mehr wird über den Zukauf spekuliert: Zum Beispiel, darüber, dass die selbstlernenden Algorithmen von Turi Apples Sprachassistenten Siri dabei helfen könnten, besser mit iPhone- und Mac-Anwendern zu interagieren. Schon jetzt setzt Apple KI dazu ein, den Nutzern Lieder oder Apps zu empfehlen oder (Ergänzungs-)Vorschläge für das nächste zu tippende Wort zu machen.

          Auch in Deutschland rackern Unternehmen im Rennen zur KI: Volkswagen etwa beteiligt sich am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken. „Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie für das autonome Fahren und damit eine Investition in unsere Zukunft“, ließ sich Matthias Müller, der VW-Vorstandsvorsitzende, im Mai zu der Partnerschaft zitieren: „Wir wollen die KI-Forschung in der Autobranche und darüber hinaus voranbringen. Außerdem versprechen wir uns von der DFKI-Beteiligung neue Impulse für die Digitalisierung unserer Fabriken und die weitere Automatisierung von Unternehmensabläufen.“ Mit der Beteiligung werde Volkswagen Zugang zu Ergebnissen und Wissen des Forschungszentrums, insbesondere auch zum neu gegründeten Kompetenzzentrum „Deep Learning“ erhalten, sagte Wolfgang Wahlster, der Vorsitzender der Geschäftsführung des DFKI.

          Das Größte seiner Art

          Neben Forschung zur künstlichen Intelligenz hat sich das Forschungszentrum auf die Bereiche Robotik, Industrie 4.0 und Fahrerassistenzsysteme spezialisiert. In einem gemeinsamen Projekt werden Volkswagen und DFKI deshalb unter anderem die Software „Rock“ weiterentwickeln, das die direkte und enge Zusammenarbeit von Mensch und Roboter ermöglicht. Das System wurde in einem produktionsnahen Szenario auf dem IT-Symposium 2016 der Volkswagen AG vorgestellt. Damit ist eine sensorübergreifende Umgebungserfassung mit Kollisionserkennnung und -vermeidung sowie das intuitive Steuern über Gesten möglich.

          Das im Jahr 1988 gegründete Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz gilt als wichtiger Exzellenz-Cluster für KI-Forschung. Gemessen an der Mitarbeiterzahl und dem Drittmittelvolumen von 42,5 Millionen Euro (Stand 2015), ist das DFKI das größte Forschungszentrum auf diesem Gebiet. Insofern muss man nicht immer auf das Silicon Valley in Kalifornien schauen, aber der Blick ist schon allein deshalb auch für deutsche Unternehmen hilfreich, um frühzeitig Trends zu erkennen und entsprechend - so wie zum Beispiel VW - darauf zu reagieren.

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