https://www.faz.net/-gqe-8k5sx

Britische Konzernchefs : 70 Millionen Pfund gefällig?

  • Aktualisiert am

Ein Blick auf das Finanzviertel in London: Auch hier ließ sich letztes Jahr gut verdienen. Bild: AFP

Die Nachrichten aus der britischen Wirtschaft klingen momentan eher bescheiden. Für die Unternehmensoberen lief das letzte Jahr allerdings blendend. Mit Theresa May könnte sich das fortan ändern.

          1 Min.

          Die Chefs der 100 größten Unternehmen an der Londoner Börse haben einer Umfrage zufolge im vergangenen Jahr mehr als zehn Prozent mehr verdient. Die Vergütung sei auf durchschnittlich 5,5 Millionen Pfund gestiegen, teilte das Institut High Pay Centre am Montag zu seiner Erhebung mit.

          Damit erhielten die Vorstandsbosse im Schnitt 140-mal mehr Geld als ihre Mitarbeiter. Seit 2010 sei ihre Vergütung um ein Drittel gewachsen. Und ein Ende des Anstiegs sei nicht in Sicht, erklärte Institutsdirektor Stefan Stern. Die jüngsten Ankündigungen der neuen Premierministerin Theresa May, hier zu intervenieren, seien daher zu begrüßen.

          “Es scheint nun politischer Wille und Bewegung hinter die Benmühungen für eine Reform der Spitzengehälter zu kommen“, sagte Stern. May hatte kurz vor ihrem Amtsantritt im Juli die wachsende Kluft bei den Gehältern von Konzernschefs und den Arbeitnehmern beklagt und Reformen angekündigt.

          Mit 70 Millionen Pfund auf Platz eins

          So schlägt sie vor, dass Aktionärsabstimmungen über die Management-Vergütung bindend sein sollen. Zudem fordert sie mehr Transparenz bei den Boni- und den Gehaltssystemen in den Unternehmen.

          Spitzenreiter in der Verdienstrangliste sind Martin Sorrell von der weltgrößten Werbeagentur WPP, Tony Pidgeley vom Bauunternehmen Berkeley und Rakesh Kapoor vom Konsumgüterriesen Reckitt Benckiser.

          Das Vergütungspaket von 70 Millionen Pfund für Sorrell ist eines der höchsten in der britischen Geschichte. Es war auf massive Kritik bei den Aktionären gestoßen. Rund ein Drittel der Anteilseigner stimmte auf der Hauptversammlung im Juni dagegen.

          Weitere Themen

          CureVac-Impfstoff floppt Video-Seite öffnen

          Geringe Wirksamkeit : CureVac-Impfstoff floppt

          Der Corona-Impfstoff hat Untersuchungen zufolge nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent. CureVac will die Studie aber bis zu ihrer finalen Auswertung mit weiteren Corona-Fällen fortsetzen.

          Topmeldungen

          Deutscher Sieg über Portugal : Ein Abend, an dem Funken sprühen

          Mit der überwältigenden Mischung aus Wucht und Wille erfüllt die DFB-Elf ihren Auftrag gegen Portugal. Auch die Konkurrenz in Fußballeuropa dürfte diese deutsche Verwandlung mit einigem Staunen gesehen haben.

          Deutsche Einzelkritik : Müller nervt Portugal, Gosens ragt heraus

          Beim Sieg über Portugal macht Robin Gosens wohl die Partie seines Lebens. Auch andere DFB-Akteure zeigen sich deutlich verbessert. Aber einer scheint nicht der Lieblingsspieler von Bundestrainer Joachim Löw zu sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.