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WhatsApp-Mitgründer Jan Koum : Vom Einwanderer zum Milliardär

  • Aktualisiert am

WhatsApp-Mitgründer Jan Koum zieht in den Verwaltungsrat von Facebook ein. Bild: picture alliance / Robert Schles

Das Geschäft mit Facebook macht WhatsApp-Mitgründer Jan Koum mit einem Schlag zum Milliardär. Sein Aufstieg aus ärmsten Verhältnissen imponiert vielen in Amerika.

          Für den 37-jährigen WhatsApp-Mitgründer Jan Koum krönt das Geschäft mit Facebook einen märchenhaften Aufstieg aus ärmsten Verhältnissen zum Milliardär. Er wuchs in einem Dorf in der Ukraine auf und kam Anfang der 90er Jahre als Teenager mit seiner Mutter in die Vereinigten Staaten. Dort waren sie zunächst auf Sozialhilfe angewiesen. Koum hat das nicht vergessen: Für die Unterzeichnung des Verkaufs an Facebook habe er das verlassene Behörden-Gebäude ausgesucht, in dem er einst für Lebensmittel-Marken anstand, schrieb das Magazin „Forbes“. Koums Anteil an WhatsApp mache ihn jetzt 6,8 Milliarden Dollar schwer, hieß es.

          Die Erlebnisse seiner Jugendzeit hätten ihn und WhatsApp entscheidend geprägt, sagte Koum. Die Überwachung im Sowjet-Regime habe seinen Sinn für Datenschutz geschärft - so berührte ihn der Stasi-Film „Das Leben der Anderen“, den er vor kurzem sah. Und der einstige Wunsch, mit seinem Vater zu kommunizieren, der in der Ukraine geblieben war, habe ihm den Wert eines Dienstes wie WhatsApp gezeigt. „Wir wollten eine App entwickeln, die eine 60-jährige Oma ohne jegliche Computer-Kenntnisse nutzen könnte“, sagte er.

          Jan Koum im Januar bei der Internet-Konferenz DLD in München

          Dabei mangelt es Koum nicht an Ehrgeiz: „Wir wollen auf jedem einzelnen Smartphone sein und wir wollen das wichtigste Kommunikationssystem in der Welt werden“, sagte er am Rande der Internet-Konferenz DLD in München im Januar.

          Mit Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat er sich erstmals im Jahr 2012 getroffen. Das erste Gespräch in einem Café in Kalifornien soll zwei Stunden gedauert haben, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg, Danach hätten sich beide angefreundet und sich öfters zum Essen und Wandern getroffen.

          Abendessen bei den Zuckerbergs

          Das Geschäft mit Facebook wurde erst vor wenigen Tagen eingefädelt. Am 9. Februar soll Jan Koum zum Abendessen bei Mark Zuckerberg gewesen sein. Zuerst redeten die beiden darüber, wie man künftig zusammenarbeiten könne. Dann schlug Zuckerberg ein Zusammenschluss der Unternehmen vor. Jan Koum nahm sich einige wenige Tage Bedenkzeit. Am Valentinstag, am 14. Februar, soll Koum dann mit Schokoladen-überzogenen Erdbeeren in der Hand vor dem Haus der Zuckerbergs gestanden haben. Beim Abendessen mit Zuckerbergs Frau wurde dann über den Preis verhandelt, berichtet Bloomberg.

          Der Milliarden-Deal mit Facebook hat auch eine ironische Seite: Koum und der zweite WhatsApp-Mitgründer Brian Acton hatten sich vor einigen Jahren auch beim weltgrößten Online-Netzwerk beworben, nachdem sie 2007 ihre Jobs beim Internet-Pionier Yahoo aufgaben. Facebook wollte sie damals nicht.

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