https://www.faz.net/-gqe-89cd0

Sprachbarriere : Warum Schwaben am liebsten bei Schwaben kaufen

  • -Aktualisiert am

Marktplatz im oberschwäbischen Biberach Bild: Picture-Alliance

Die Binsenweisheit, dass sich bessere Geschäfte machen lassen, wenn man den Verhandlungspartner versteht, gilt nicht nur fürs Ausland. Auch innerhalb von Deutschland macht der Ton die Musik.

          Sprechen Käufer und Verkäufer eine ähnliche Mundart, fördert das die Handelsbeziehungen. Das fanden Forscher der TU Darmstadt heraus, indem sie wirtschaftliche mit linguistischen Datensätzen kombinierten. „Dabei sind nicht etwa die Dialekte den Handelswegen gefolgt, sondern umgekehrt“, berichtet Volker Nitsch, Leiter des Universitätsfachgebiets Internationale Wirtschaft.

          Deutlich werde das beispielsweise im Schwäbischen. Demnach machen die Bewohner der Region Augsburg, die dem Dialekt nach Schwaben sind, deutlich mehr Geschäfte mit den westlich gelegenen Gebieten Baden-Württembergs als mit der bayerischen Umgebung, obwohl Augsburg zu Bayern gehört. „Dies spiegelt die sprachlichen Verbindungen wie auch die gemeinsame kulturelle Identität wider“, sagt Nitsch.

          Zur Veranschaulichung der innerdeutschen Handelsbeziehungen stützen sich die Forscher auf Daten des Kraftfahrtbundesamts sowie des Statistischen Bundesamts zum Handelsvolumen in 101 deutschen Verkehrsbezirken in den Jahren 1995 bis 2004. Die Auswirkungen von sprachlichen und kulturellen Affinitäten seien kein historisches Phänomen, sondern bestimmten selbst im Onlinehandel das Wirtschaftsleben, so die Überzeugung von Nitsch.

          Weitere Themen

          Freie Fahrt für die Vernunft

          Pro Tempolimit : Freie Fahrt für die Vernunft

          Die Sachlage ist klar: Wo Geschwindigkeiten begrenzt werden, sinkt die Zahl der Verkehrstoten deutlich. Man muss es leider so drastisch sagen: Für den Kick einer Minderheit in PS-starken Limousinen müssen jedes Jahr Menschen sterben. Ein Kommentar.

          Reißt Euch zusammen! Video-Seite öffnen

          Oxfam in Davos : Reißt Euch zusammen!

          Vor Beginn des Weltwirtschafsforums in Davos ruft Oxfam dazu auf, den Reichtum gerechter zu verteilen. Laut der Hilfsorganisation besitzen die 26 reichsten Menschen genau so viel, wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.

          Topmeldungen

          Pro Tempolimit : Freie Fahrt für die Vernunft

          Die Sachlage ist klar: Wo Geschwindigkeiten begrenzt werden, sinkt die Zahl der Verkehrstoten deutlich. Man muss es leider so drastisch sagen: Für den Kick einer Minderheit in PS-starken Limousinen müssen jedes Jahr Menschen sterben. Ein Kommentar.

          Vor Brexit-Abstimmung : Ihr Antrag setzt May unter Druck

          Die Labour-Abgeordnete Yvette Cooper will einen ungeregelten Brexit doch noch verhindern. Sie bekommt für ihren Antrag parteiübergreifend Unterstützung – aber nicht von Premierministerin May.

          Deutschland bei Handball-WM : „Das ist schon brutal“

          Die deutschen Handballspieler trotzen bei der WM allen Widrigkeiten. Bundestrainer Christian Prokop wirkt zwar geschafft, doch im Moment geht vieles auf, was er sich vorgestellt hat.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.