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Umfrage zu E-Sports : Macht Computerspielen olympisch

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Volle Commerzbank-Arena in Frankfurt: Am 29. Juni 2014 spielten die Na’Vis (rechts) gegen das Team Evil Geniuses (links) beim ESL One, dem größten E-Sport-Event des Computerspiels Dota 2 (Mulitplayer-Online-Blattle) aller Zeiten. Bild: Franziska Gilli

Statt Diskus, Speer und Laufschuhen künftig Maus, Tastatur und Headset: Ein Viertel der Deutschen kann sich zum Beispiel Ego-Shooter als olympische Disziplin vorstellen.

          Sprinter, Schwimmer, Volleyballer, Speerwerfer: In wenigen Tagen beginnen die Olympischen Spiele in Rio, ein Kräftemessen in verschiedenen Disziplinen und (fast) immer geht es irgendwie um eine Kombination aus Muskelkraft und Konzentration.

          Beinahe ein Viertel der Deutschen kann sich gut vorstellen, dass sich das einmal ändert. Dass an die Stelle von Diskus, Laufschuh und Speer einmal Maus, Tastatur und Headset treten - und auch Computerspielen zu einer olympischen Disziplin wird. Das hat eine repräsentative Umfrage des Bitkom-Computerverbandes ergeben. Unter denjenigen, die selbst Computerspiele spielen, können sich demnach sogar rund 40 Prozent vorstellen, dass es einmal Gold-, Silber- und Bronzemedaillen zum Beispiel für die besten Ego-Shooter-Spieler gibt.

          Computerspiel-Festival „DreamHack“ im Januar an der Messe Leipzig.

          Außerdem zeigt sich an der Erhebung, dass das Thema auch eine Generationen-Frage ist: Unter den Befragten, die zwischen 14 und 29 Jahren alt sind, halten es etwas weniger als 40 Prozent für gut möglich, dass E-Sports in naher Zukunft als olympische Disziplin anerkannt wird. Und wiederum unter den E-Sports-Spielern in dieser Altersgruppe sind es sogar 45 Prozent.

          „E-Sports hat sich in den letzten Jahren enorm professionalisiert“, kommentiert Bitkom-Fachmann Timm Lutter das Ergebnis. Und stellt zugleich durchaus Gemeinsamkeiten zwischen den Computerspielern und den echten Athleten fest: „Wie die Teilnehmer traditioneller olympischer Disziplinen müssen auch E-Sportler eine extrem schnelle Reaktionsfähigkeit, taktisches Geschick und strategisches Denken mitbringen.“

          Heute schon gibt es regelmäßig große Wettkämpfe im E-Sports-Bereich. Vor Tausenden Zuschauern spielen die besten Computerspieler der Welt gegeneinander. Sie treten üblicherweise in den Disziplinen Sportsimulation, Echtzeit-Strategiespiel und Ego-Shooter an. Der Fußballverein FC Schalke hat mittlerweile etwa eine eigene E-Sport-Mannschaft gegründet.

          Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) lehnt es bislang ab, E-Sports offiziell als Sportart zu betrachten. Elektronischer Sport verlange von den Spielern nicht die notwendige motorische Aktivität, so das wesentliche Argument. Diese Ansicht teilt die Computerspieler-Branche - wenig überraschend - nicht. „Mit dem vermehrten Einsatz von Technologien wie Virtual Reality-Brillen und Bewegungssensoren steigen die Anforderungen an die motorischen und koordinativen Fähigkeiten der Spieler“, sagt Bitkom-Fachmann Lutter.

          Der E-Sport ist organisiert und Verbände wie die Electronic Sports League (ESL) werben schon lange dafür, dass die einzelnen Disziplinen anerkannt und sogar gefördert werden. Während der Turniere können die Profis („Pro-Gamer“) in verschiedenen Disziplinen an PC oder Spiele-Konsole gegeneinander antreten, entweder einzeln oder auch als Team - die Aussicht auf hohes Preisgeld ist inklusive.

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