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Nach Verzicht auf Revision : Merkel: Respekt für Uli Hoeneß

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Uli Hoeneß Bild: REUTERS

Das Urteil gegen Uli Hoeneß wollte Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht bewerten. Für seine Entscheidung, auf eine Revision zu verzichten, äußert sie jedoch Respekt. Lob kommt auch von der SPD.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat „hohen Respekt“ für die Entscheidung von Uli Hoeneß geäußert, das Hafturteil wegen Steuerbetrugs zu akzeptieren und nicht in Revision zu gehen. „Ich kommentiere natürlich Gerichtsentscheidungen nicht, kann aber sagen: Die Tatsache, dass Uli Hoeneß jetzt dieses Urteil so angenommen hat, nötigt mir hohen Respekt ab“, sagte Merkel am Freitag bei einem Termin mit den großen Wirtschaftsverbänden in München.

          Hoeneß hatte am Vormittag erklärt, seine Verurteilung zu  dreieinhalb Jahren Haft wegen Steuerhinterziehung anzunehmen.  Zugleich teilte er mit, dass er mit sofortiger Wirkung seine Ämter als Bayern-Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern  München AG niederlege. Hoeneß begründete dies damit, dass er Schaden von seinem Verein abwenden wolle.

          Nach Bekanntwerden der Steuerhinterziehung vor knapp einem Jahr  hatte sich Merkel von Hoeneß distanziert. Seibert sagte damals:  „Viele Menschen in Deutschland sind jetzt enttäuscht von Uli  Hoeneß, die Bundeskanzlerin zählt auch zu diesen Menschen.“

          Auch die SPD hat die Akzeptanz der Gefängnisstrafe durch den langjährigen Präsidenten des FC Bayern München begrüßt. „Er zeigt damit auch Einsicht in seine Schuld“, sagte Generalsekretärin Yasmin Fahimi am Freitag in Berlin. „Die Rechtsprechung hat dafür gesorgt, dass der ehrliche Steuerzahler nicht der Dumme ist.“ Das Urteil werde dem Rechtsempfinden der Bürger gerecht und sei fair. „Es gilt der Grundsatz: Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat“, so Fahimi.

          Die Allianz zollt der Entscheidung von Hoeneß ebenfalls Respekt. „Wir danken Uli Hoeneß für seine außerordentlichen Verdienste beim FC Bayern“, hieß es am Freitag bei dem Versicherer in München. Die Allianz ist ein Sponsor und wie andere Unternehmen an der FC Bayern München AG beteiligt. „Und wir haben großen Respekt vor seiner Entscheidung“, hieß es in der Erklärung weiter.

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