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Kautionszahlung : Hoeneß’ Banker erhält Geld zurück

Uli Hoeneß sitzt wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis, bei der ihm Jürg Hügli geholfen haben soll. Bild: dpa

Der Banker Jürg Hügli soll die Kaution zurückbekommen, die er nach seiner Festnahme bezahlt hat. Und das, obwohl er eindeutig gegen Auflagen verstoßen hat.

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          Daran hat er wohl selbst nicht geglaubt: Jürg Hügli, der Schweizer Banker, über den der wegen Steuerhinterziehung inhaftierte Uli Hoeneß einst seine Devisengeschäfte abwickelte, soll die Kaution zurückbekommen, die er nach seiner Festnahme in Polen bezahlt hatte. Dies verlautete aus gut informierten Kreisen. Hügli war am 22. Oktober in Warschau von der Polizei festgenommen worden. Grundlage hierfür war ein europäischer Haftbefehl der Münchner Staatsanwaltschaft. Sie wirft dem ehemaligen Chef-Devisenhändler der Zürcher Bank Vontobel vor, dem früheren Präsidenten von Bayern München bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Nach einer Nacht in Untersuchungshaft kam Hügli gegen Zahlung einer Kaution von umgerechnet 238.000 Euro frei.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Er durfte Polen aber eigentlich nicht verlassen. Doch aus Angst vor einer Auslieferung nach Deutschland und einer sogleich folgenden längeren Inhaftierung fuhr der 61 Jahre alte Banker in seine Schweizer Heimat. Warum Hügli, der sich für unschuldig hält, die Kaution zurücküberwiesen werden soll, obwohl er eindeutig gegen die verhängten Auflagen verstoßen hat, ist unklar. Möglicherweise hat es damit zu tun, dass der Haftbefehl aus Deutschland inhaltliche und formale Mängel hatte. Diese Karte, so wird spekuliert, könnten vor allem jene Verantwortliche in den polnischen Behörden ziehen, die wegen der Flucht des Bankers tüchtig eins auf den Deckel bekommen haben. Hügli war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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