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Überraschender Wechsel : Romer soll Chefökonom der Weltbank werden

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Paul Romer Bild: Picture-Alliance

Der Verfechter der neuen Wachstumstheorie Paul Romer soll Chefökonom der Weltbank werden. Er wäre ein echter Promi für diese Position.

          Die Weltbank plant anscheinend, den Wirtschaftswissenschaftler Paul Romer zu ihrem neuen Chefökonom zu machen. Das berichtet die Zeitung „Financial Times“ unter Berufung auf mehrere Quellen innerhalb der Institution. Eine offizielle Bestätigung der Personalie gab es indes noch nicht. Dem Bericht zufolge soll die Ernennung Romers schon am Montag dem Vorstand der Weltbank präsentiert werden und Ende der Woche der Öffentlichkeit. Auf Twitter verbreitete sich die Personalie am Sonntag schnell.

          Mit Romer würde der wohl bekannteste Ökonom seit dem Nobelpreisträger Joseph Stiglitz die Position innehalten. Romer ist einer der Schöpfer der neuen Wachstumstheorie und galt selbst immer wieder als Anwärter auf den Nobelpreis. Der Amerikaner, der aktuell an der Universität New York lehrt soll Ende des Jahres Kaushik Basu nachfolgen, der die Position des Weltbank-Chefökonomen derzeit innehat.

          Mit Romer würde eine gewichtige und gelegentlich provokante Stimme in die Wissenschaftsabteilung der Weltbank einziehen. Romer ist ein großer Verfechter der Theorie des endogenen Wachstums und argumentiert, dass Wissen und Innovationen essentielle Wachstumstreiber sind. Sein entsprechender Aufsatz aus den Neunzigerjahren gilt als eines der bedeutendsten Papiere der Ökonomie in den vergangenen 30 Jahren.

          Aktuell beschäftigt sich Romer vor allem mit der Rolle von Städten in der Ökonomie und mit der Urbanisierung. Er betont immer wieder die Wichtigkeit von Wirtschaftswachstum zur Reduktion der Armut. „Wir verlieren oft aus dem Blick, wie wichtig sogar kleine Änderungen in der durchschnittlichen Wachstumsrate sein können“, schreibt der Ökonom in einem aktuellen Blogbeitrag.

          Zuletzt hatte Romer auch viele Schlagzeilen mit seiner Kritik an der so genannten „Mathiness“ gemacht. Das ist der Ausdruck, mit dem Romer  die missbräuchliche Verwendung von Mathematik in ökonomischen Analysen meint. Unter dem Deckmantel scheinbar neutraler, tatsächlich aber fachlich schlechter Forschungsarbeiten verträten Ökonomen-Kollegen zum Teil wirtschaftspolitische Positionen, so sein aufsehenerregender Vorwurf. Gerichtet war dieser unter anderem an den populären Ökonom Thomas Piketty.

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