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Spanien : Piketty berät Linkspopulisten von Podemos

  • -Aktualisiert am

Thomas Piketty Bild: dpa

Der französische Starökonom Thomas Piketty will der linkspopulistischen spanischen Partei Podemos als Berater im Wahlkampf helfen. Er soll am Wirtschaftsprogramm der Partei mitarbeiten.

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          Thomas Piketty wird Podemos im spanischen Wahlkampf unterstützen. Das gaben der Pariser Wirtschaftsprofessor, der den Bestseller „Das Kapital im XXI. Jahrhundert“ geschrieben hat, sowie Podemos-Spitzenkandidat Pablo Iglesias jetzt bei einem gemeinsamen Auftritt in der französischen Hauptstadt bekannt. Iglesias lobte ihn mit den Worten: „Piketty war in der Lage, ein fundamentales Problem der Wirtschaft, nämlich die Ungleichheit, auf den Tisch zu legen.“

          Pikettys Aufgabe soll es nun sein, im Vorfeld der spanischen Parlamentswahlen im Dezember an der Ausarbeitung des Wirtschaftsprogramms von Podemos teilzunehmen. Bei den Diskussionen des Grundsatzprogramms hat sich gerade wegen des Projektes eines „garantierten Grundgehalts für alle Spanier“, das noch bei den Europawahlen der Partei eine prominente Rolle spielte, ein Konflikt zwischen der Führung und der Basis entzündet. Iglesias, in der neuen Rolle eines „Realo“, will offenbar auf das Thema ganz verzichten, weil es ihm „politisch gegenwärtig nicht machbar“ erscheint. Mitglieder der Basis halten das hingegen für einen Verrat an den Prinzipien der Gruppierung.

          Der französische Forscher, der sich bereit erklärt hat, Teil einer internationalen Expertenkommission zur Beratung von Podemos zu sein, will freilich nebenbei auch noch der spanischen Sozialistischen Partei (PSOE) helfen. Gegenüber der Zeitung „El Mundo“ sagte er: „Jedermann weiß, dass Podemos und die PSOE nur gewinnen können, wenn sie sich verbünden.“ Nur so könnten sie die konservative Volkspartei von Ministerpräsident Mariano Rajoy, dem engsten Verbündeten von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Süden, schlagen.

          Bei den spanischen Wahlen geht es aus Pikettys Sicht darum, durch einen Machtwechsel auch „das politische Gleichgewicht in Europa zu verändern“. Auf diese Weise soll vor allem ein Gegengewicht zu der deutschen Austeritätspolitik geschaffen werden. Verständnis äußerten Piketty und Iglesias für die Entscheidung des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras, die Bedingungen der Gläubiger für das jüngste Hilfspaket zu akzeptieren. „Die Alternative eines Austritts aus dem Euro“, so befanden sie, „wäre für Griechenland schlechter gewesen.“ Gemeinsam kritisierten die beiden zugleich die sozialistischen Regierungen in Frankreich und Italien, die in Sachen Griechenland vor Deutschland „in die Knie gegangen“ seien.

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